EFF: Datenschützer warnen vor Farb-Laserdruckern
Die US-Datenschutzorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat Anwender aufgefordert, beim Einsatz von Farblaserdruckern Vorsicht walten zu lassen. Auf jedem Dokument lässt sich nachvollziehen, mit welchem Gerät es gedruckt wurde.
Auch der genaue Zeitpunkt ist herauszufinden. Dafür wird die Seriennummer und das Datum über winzige gelbe Punkte kodiert, die unter normalen Verhältnissen nicht sichtbar sind. Man benötigt ein blaues LED, um die Aufdrucke zu erkennen.
Die Methode ist bereits lange Zeit im Einsatz und sollte es Strafverfolgungsbehörden ermöglichen, gefälschte Rechnungen zu erkennen. Bisher spielte die Technik für den Datenschutz allerdings nur eine geringe Rolle, weil Farblaserdrucker sehr teuer und deshalb meist nur in Unternehmen zu finden waren.
In letzter Zeit halten die Geräte aber zunehmend auch im privaten Umfeld Einzug, auch wenn der Marktanteil bisher erst bei rund 4 Prozent liegt. Der Preis für günstige Produkte ist inzwischen auf unter 300 Dollar gefallen, was dazu führte, dass sich die Verkaufszahlen in den USA im letzten Jahr verdoppelten. Vor allem der Boom bei der Digitalfotografie führt zu einem schnell wachsenden Bedarf an Systemen, die gute Ausdrucke ermöglichen.
Bei der EFF sieht man die Gefahr, dass die Informationen zukünftig nicht mehr nur zur Verfolgung von Wirtschaftskriminalität genutzt werden. Publikationen politisch missliebiger Kräfte ließen sich ebenso auf ihren Ursprung zurückverfolgen wie Dokumente, die Informanten der Presse zuspielen.
Wie die EFF mitteilte, habe man die kleinen gelben Punkte bei allen 111 getesteten Geräten von 13 Herstellern, darunter Xerox, Canon, Hewlett-Packard, Epson und Brother gefunden. Die Methode zur Entschlüsselung der Daten sei wichtigen Ermittlungsbehörden vorbehalten, in den USA sei dies der Secret Service, so Lorelei Pagano, Leiterin der Anti-Betrugs-Ermittlungsgruppe bei der US-Zentralbank.
"Es gibt aber keine Sicherheit, die diese Technologie wirklich ausschließlich für Untersuchungen in Sachen Betrug eingesetzt wird", entgegnete Seth Schoen, ein Programmierer, der mit der EFF zusammenarbeitet. "Damit ist auch die Privatsphäre von Menschen bedroht, die nichts illegales getan haben."
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