Yang: Microsoft will Yahoo absichtlich destabilisieren

Wirtschaft & Firmen Yahoo-Chef Jerry Yang hat dem Software-Konzern Microsoft vorgeworfen, sein Unternehmen destabilisieren zu wollen. Ein echtes Interesse an einem Vertragsabschluss zur Übernahme bestünde dabei längst nicht mehr. Er reagierte damit auf den Vorstoß des Investors Carl Icahn, der auf der kommenden Aktionärsversammlung die aktuelle Konzernführung entmachten will. Dies soll laut Icahn den Weg für neue Übernahmeverhandlungen mit Microsoft frei machen.

Der erste Übernahmeversuch war vor einigen Monaten am Widerstand des Yahoo-Managements gescheitert. Unter den Aktionären gab es dazu sehr gegensätzliche Ansichten. Ein Teil der Anteilseigner stand weiteren Gesprächen über einen Teilverkauf offen gegenüber. Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte allerdings erklärt, dass er mit dem aktuelle Management keine Verhandlungsbasis mehr sieht.

"Es ist eine schlechte Entscheidung, Icahn und seinem Direktorium zu vertrauen", sagte Yang. Im Gegensatz zu seinen Aussagen würde man durchaus jedes Angebot prüfen, auch wenn dieses von Microsoft kommt. Das Management hatte die letzte Offerte abgelehnt, weil man das Unternehmen damit um mehrere Milliarden Dollar unterbewertet sah.

Ihm sei es "rätselhaft", warum Microsoft derzeit öffentlich weitere Verhandlungen so strikt ablehnt. Dabei habe es erst in der letzten Woche auf inoffizieller Ebene durchaus Gespräche gegeben.

Yang arbeite nach eigenen Angaben daran, Yahoo wieder zu einem soliden Unternehmen zu machen. "Ich glaube, Microsoft arbeitet zunehmend bewusst an einer Destabilisierung. Ich bin nicht froh darüber", sagte er.
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