
Vor gut einem Monat
berichteten wir über eine Studie des Beratungsunternehmens Evans Data, bei der man feststellte, dass offenbar nur eine sehr geringe Zahl der befragten Programmierer vor hat, ihre Software auch für Microsofts jüngstes Desktop-Betriebssystem Windows Vista zu adaptieren.
Nachdem Anfang der Woche mehere Medien die eigentlich schon einige Wochen alte Meldung erneut aufnahmen, hat sich erstmals ein Microsoft-Mitarbeiter dazu geäußert. Unter anderem hieß es von Evans Data, dass nur 8 Prozent der befragten Entwickler an Software für Windows Vista arbeiten. Microsoft Evangelist Anand Iyer erklärte nun, warum von der Studie nicht viel zu halten sein soll.
Da Iyer für die Produkte der .NET Reihe mit verantwortlich ist, verwies er natürlich zunächst darauf, dass alle Programme, die für das .NET Framework von Microsoft entwickelt wurden, sowohl unter Windows XP, als auch unter Windows Vista laufen können. Es sei also ohnehin nur wenig sinnvoll, zwischen XP- und Vista-Entwicklern zu unterscheiden, es sei denn, es handelt sich immer um native Anwendungen.
Er wies außerdem darauf hin, dass es eine vollkommen natürliche Sache sei, wenn die Entwickler zu allererst für das aktuell populärste Betriebssystem arbeiten. Da Windows XP zur Zeit noch immer mit über 70 Prozent Marktanteil die Nr. 1 unter den Systemen ist, überraschen die Zahlen von Evans Data nur wenig, so Iyer in seinem
Weblog.
Generell sei die Glaubwürdigkeit der Studie anzuzweifeln, weil Evans Data keinerlei Angaben darüber macht, welche Gruppe von Entwicklern man befragt hat. Es sei offen, ob die Befragten unabhängige Softwareanbieter, Web- oder Datenbank-Entwickler sind. Außerdem sei die Zahl der Umfrageteilnehmer mit nur 380 sehr gering gewesen, was angesichts von mehreren Millionen Programmierern in den USA wohl kaum aussagekräftig sei.
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