Datenschützer stellen anonymen E-Mail-Dienst vor

Datenschutz Die German Privacy Foundation (GPF) hat gestern mit der Privacybox eine Möglichkeit vorgestellt, trotz Vorratsdatenspeicherung anonym Informationen zu übermitteln. Vor allem Journalisten sollen so von ihren Informanten weiter versorgt werden können.

Datenschützer hatten die Vorratsdatenspeicherung massiv kritisiert. Ab dem kommenden Jahr sind Provider und Telekommunikationsunternehmen verpflichtet, Informationen darüber zu archivieren, wer wann und mit wem per Telefon oder E-Mail in Kontakt getreten ist. Einerseits würden damit alle Bürger unter einen Generalverdacht gestellt, andererseits die Pressefreiheit ausgehebelt.

Betroffen ist insbesondere das besonders geschützte Verhältnis zwischen Journalisten und Informanten. Das zeigte sich zuletzt beim Überwachungsskandal bei der Deutschen Telekom. Vorratsdaten wurden hier analysiert, um herauszufinden, welche Aufsichtsratsmitglieder mit Pressevertretern in Kontakt getreten sind.


Bei der Privacybox können sich Nutzer nun einen Account anlegen, an den Informanten per Webformular eine Nachricht inklusive Anhang schicken können. Diese lassen sich dann online ansehen oder über POP3 als E-Mail abrufen. Hinterlegt der Account-Inhaber einen öffentlichen PGP-Key, werden die Nachrichten sofort beim Eingang verschlüsselt.

Die Betreiber empfehlen zusätzlich die Nutzung von Anonymisierungsdiensten wie den Java Anon Proxy (JAP) oder TOR Onion Router, um die Sicherheit zu verbessern. Dies ist insbesondere notwendig, weil auch die GPF verpflichtet ist, ab 2009 die IP-Adressen der zugreifenden Anwender zu speichern.

Alexander Dix, der Berliner Beauftragte für Datenschutz, unterstützt die Betreiber der Privacybox. Wie er bei der Vorstellung des Dienstes sagte, sei die Vertraulichkeit der Kommunikation ein in der Verfassung verbrieftes Recht. Die Nutzung von Anonymisierungsdiensten müsse Normalität werden und nichts Verdächtiges.

Weitere Informationen: Privacybox
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Es lebe die cryptografie :) zur Not die "empfindlichen" infos einfach in ein verschlüsseltes Archiv packen und im anhang mitsenden :D das sich manche das immer so umständlich machen müssen ist mir ein rätsel.
 
@stefan_der_held: Trotzdem musst du da noch irgendwie das Passwort austauschen und das birgt wieder ein gewisses Risiko. So wie es aussieht benutzt dieses Privacybox mit PGP ein asymmetrisches (Public-Key) Verschlüsselungsverfahren, dass dieses Risiko eliminiert.
 
@stefan_der_held: Es geht ja nicht nur darum die Informationen verschlüsselt zu versenden, es geht auch darum zu verschleiern WER da mit WEM Informationen tauscht.
 
Können die den Server nicht einfach ins Ausland stellen? Dann brauchen die IPs doch nicht gespeichert werden?
 
@bruiser: Es spielt keine Rolle wo der Server steht, da deine eigene IP-Adresse ist von Deutschland! Ausserdem ist es egal bei einer Datenspeicherung, von welchen Land zu welchen Land es geht, wenn es durch das Deutsche Netz geht, oder?


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