Eco: "Irrweg Vorratsdatenspeicherung aufgeben!"

Datenschutz Der Verband der deutschen Internetwirtschaft Eco forderte heute in Berlin angesichts der aufkeimenden Debatte um eine Verschärfung der Datenschutzgesetze dazu auf, als erstes den "Irrweg der Vorratsdatenspeicherung" aufzugeben.

"Es gibt für die Provider leider zukünftig die gesetzliche Verpflichtung, Unmengen von sensiblen Daten zu speichern, die von den Unternehmen überhaupt nicht gebraucht werden", sagte Oliver Süme, Vorstand des Bereichs Recht und Regulierung beim Eco. Die Politik habe mit ihrem umstrittenen Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ganz wesentlich zur Erosion des Datenschutzes beigetragen.

"Jetzt die Telekommunikationsbranche für die Wiedergutmachung des daraus resultierenden Vertrauensschadens verantwortlich zu machen, ist nicht zielführend. Am sichersten ist und bleibt es, auf die flächendeckende und verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung ganz zu verzichten" so Süme weiter.


Zumindest sollte die Bundesregierung die Pflicht zur Speicherung im Internetbereich zeitlich weiter hinausschieben, damit wenigstens das Urteil des Bundesverfassungsgerichts noch abgewartet werden kann, forderte er. Andernfalls müsste die Mitgliedsunternehmen des Verbandes jetzt um das Vertrauen ihrer Kunden kämpfen müssen und obendrein 322 Millionen Euro für eine Vorratsdatenspeicherung ausgaben, die sich später eventuell als verfassungswidrig entpuppt.

Die Internetwirtschaft ist ab Januar 2009 verpflichtet, alle Verbindungsdaten sechs Monate lang zu speichern: Wer wem wann eine E-Mail geschickt hat und wer wann Zugang zum Internet hatte. Die technischen Geräte und die Software zur Erfüllung dieser Verpflichtungen kosten die Branche über 322 Millionen Euro, so der Eco.

"Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich einer Forsa-Umfrage zufolge bereits jetzt in der Freiheit und Unbefangenheit ihrer Kommunikation am Telefon beeinträchtigt. Das könnte für das Bundesverfassungsgericht ein weiterer, entscheidender Grund sein, die Vorratsdatenspeicherung als unangemessenen Eingriff in zentrale Grundrechte zu verwerfen", sagte Süme weiter.
Diese Nachricht empfehlen:
 
Ich glaube nicht, dass man davon ablassen wird, uns zu überwachen. Mehrere Konzerne (bsp Google) betreibt es aktiv und wird kaum kritisiert, da sie es sehr gut vermarkten können (schaft nicht jeder). Wir werden immer gläsener mit Paybackkarten, Umfragen, Tele/Mailüberwachungen usw, kennt jemand 1984 oder Minority Report? Peace.
 
@DARK-THREAT: Ich kenn beides. Beim Minority Report geht es allerdings nur um die Verhinderung von Morden (mit der bekannten Lücke, dass die Morde sich als Echos wiederholen (nur, dass es nicht immer ein Echo war...))____ Bei 1984 wird jeder Bereich überwacht.______ Alternativbeschreibung: Minority Report: Überwachung durch eine art "Hellseher" 1984: Überwachung durch Technik (diese Komischen Spiegel mit Kamera und Mikrofon) _____ Vorratsdatenspeicherung ist eher 1984-like
 
@Agnag: Ist fast schon ein bisschen Offtopic, aber in Minority Report gab es sehr wohl noch mehr Überwachung: Augen-Scanner, Peil-Sender, Eingriffe in die Privatsphäre mit diesen Such-Robotern etc. Am besten den Film nochmal schauen, der ist nämlich klasse! :-)
 
@ wunnebumbel: Und so wird es auch kommen. Wir stehen erst am Anfang der kompleten überwachung. (da gab es noch son guten film....name fällt mir nicht ein) Peace.
 
@DARK-THREAT: Staatsfeind ähm Staatsfreund Nr. 1


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

Community

  • Neue Kommentare
  • Neue Mitglieder

WinFuture wird gehostet von Artfiles

TechNet Online

Security-Tipps