Hersteller von PC-Spielen selbst schuld an der Misere?
Nachdem die Macher des Taktik-Shooters Crysis vor kurzem den PC als Spieleplattform in Frage stellten - vor allem weil die Piraterierate sehr hoch sein soll - kam einmal mehr die Diskussion auf, ob der PC in einer Zeit, in der immer mehr Spielehersteller auf Konsolen setzen, noch zum Gaming-Gerät taugt.
Jetzt mischt sich auch der Spielehersteller Valve ein, der unter anderem für seine Half-Life Serie bekannt ist. Unternehmenschef Doug Lombardi erklärte gegenüber ShackNews, dass der PC zur Zeit keine schlechtere Spieleplattform darstellt als noch vor Jahren - im Gegenteil. Valve geht es seinen Angaben zufolge trotz der Konzentration auf den PC bestens, auch weil man sich nach dem richtet, was der Markt her gibt.
Lombardi geht davon aus, dass Valve deshalb so gut da steht, weil man mit Hilfe der Steam-Plattform alle sechs Monate neue Daten über die aktuelle Hardware-Ausstattung der Spiele-Fans sammelt. Aufgrund dieser Daten lassen sich die hauseigenen Spiele der Leistung der Rechner anpassen, so dass sie von einem möglichst großen Publikum genutzt werden können.
Der Valve-Chef warf anderen Spielehersteller vor, solche öffentlich verfügbaren Statistiken bei der Entwicklung neuer Titel nicht zu berücksichtigen. Dadurch würden oft zu hohe Anforderungen an die Hardware gestellt, weil die Hersteller immer unbedingt möglichst "die beste Grafik und die schönsten Screenshots" abliefern wollen, um so in der Presse perfekt da zu stehen, statt sich nach den tatsächlichen Gegebenheiten auf dem Markt zu richten.
Letztlich würden die neuen Spiele dadurch zwar von der Presse hoch gelobt, andererseits schließen die Entwickler damit aber auch bis zu 80 Prozent der Gaming-Fans aus. Da brauche man sich über ausbleibende Umsätze dann nicht mehr wundern, so Lombardi weiter. Für all das Gerede um das Aussterben des PCs als Spieleplattform hat er nur wenig übrig.
Es handele sich lediglich um ein vorübergehendes Phänomen, das unter anderem darauf zurück zu führen ist, dass die Konsolenhersteller wie Microsoft und Sony kräftig die Werbetrommel für ihre Produkte rühren. Die großen PR-Teams von Xbox 360 und PlayStation 3 hätten im PC-Bereich einfach kein Gegenstück.
Zudem erwartet er, dass die aktuellen Konsolen mit fortschreitendem Alter wieder an Attraktivität verlieren, da die Entwicklung der Spiele für den PC mit der immer besser werdenden Hardware geht. Gerade Titel wie das kommende Spore oder die geplanten Spiel der Doom-Erfinder von id Software seien Hoffnungsträger.
Das Interview mit Lombardi geht auch auf diverse weitere Themen ein. Unter anderem kommentiert er die Gründung der PC Gaming Alliance, wie Verkaufsstatistiken ein falsches Bild zeichnen können und was die Hardwarehersteller mit der Entwicklung neuer Spiele zu tun haben.
Weitere Informationen: Interview mit Doug Lombardi (englisch)
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