Studie belegt positive Eigenschaften von PC-Spielen
In einer Studie der Harvard University wurde untersucht, welche Auswirkungen Videospiele auf Kinder und Jugendliche haben. Die Ergebnisse wurde nun in Buchform mit dem Titel "Grand Theft Childhood: The Surprising Truth About Violent Video Games and What Parents Can Do" veröffentlicht.
Die Studie wurde vom Wissenschaftler-Ehepaar Lawrence Kutner und Cheryl K. Olson durchgeführt. Zu den Kernaussagen ihrer Arbeit gehört, dass Kinder ohne Kontakt zu Videospielen mehr Probleme in der Schule bzw. im Elternhaus haben. Das Nichtspielen soll demnach heutzutage ein Zeichen von fehlender sozialer Kompetenz sein, da die meisten Titel gemeinsam mit Freunden gespielt werden.
Im Rahmen der Studie fand man heraus, dass es keinen Zusammenhang zwischen Spielen und der Gewalt an Schulen oder Amokläufen gibt - zumindest konnte man diese nicht beweisen. Von Psychologen durchgeführte Tests sind laut Olson nicht realistisch. So werden Menschen in einer künstlichen Umgebung für 15 Minuten mit Videospielen konfrontiert - eine viel zu kurze Zeitspanne, da man allein diese Zeit benötigt, um die Steuerung zu behrrschen.
Zudem werden in derartigen Tests oft Extreme gegenübergestellt, beispielsweise Ego-Shooter und Adventures wie Myst. Derartige Forschungen sind laut Olson in den meisten Fällen nicht objektiv, da sie von Institutionen in Auftrag gegeben werden, die ein bestimmtes Ergebnis erwarten. So wurde auch die Arbeit von Olson von einem Republikaner finanziert, der gerne gesehen hätte, dass GTA Jugendliche gefährdet. Nach der Vorlegung der Ergebnisse soll er sich nicht wieder gemeldet haben.
Erwartungsgemäß stoßen Kutner und Olson mit ihrer Studie nun auf heftige Kritik. Man wirft dem Ehepaar vor, Studien, die Videospiele als Ursache für Aggressivität unter Kindern ausmachen, systematisch zu diskreditieren. Zudem sollen sie zu zweifelhaften Methoden gegriffen haben, beispielsweise bei der Auswahl der zu Befragenden.
Die gewählten spielebegeisterten Jugendlichen sollen nur die Vorzüge der Videospiele aufgezählt haben. Beim Leser der Studie entsteht dadurch teilweise der Eindruck, dass eine positive Entwicklung während der Kindheit nur noch durch Videospiele erreicht werden kann.
Weitere Informationen: GrandTheftChildhood.com
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Michael Diestelberg
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