Linux-Guru Reiser des Mordes für schuldig befunden

Personen aus der Wirtschaft Der Informatiker Hans Reiser, Entwickler des Dateisystems ReiserFS, wurde des Mordes an seiner Frau für schuldig befunden. Die Geschworenen schlossen sich gestern nach einem Indizienprozess der Argumentationslinie der Staatsanwaltschaft an. Demnach soll Nina Reiser im Jahr 2006 von ihrem Mann ermordet worden sein. Zu dieser Zeit lebte das Paar bereits getrennt, die Scheidung wurde vorbereitet. Dabei lieferten sich beide Seiten einen heftigen Streit. Allerdings wurde nie eine Leiche gefunden.

Nina Reiser soll an ihrem mutmaßlichen Todestag ihre beiden Kinder zu Hans Reiser gebracht haben, bei dem sie das Wochenende verbringen wollten. Anschließend verschwand die Frau weitgehend spurlos. Reiser wurde einen Monat später unter Tatverdacht festgenommen.

Die Ankläger konnten in dem Verfahren nur wenige Beweise vorlegen. Blutspuren wurden auf einem Kissen in Reisers Haus und auf der Verpackung eines Schlafsackes in seinem Auto gefunden. Als belastendes Indiz führte die Staatsanwaltschaft an, dass der Entwickler den Beifahrersitz aus seinem Auto entfernt und den Wagen mit Wasser flutete.

Dies konnte die Verteidigung nicht glaubhaft in einen anderen Zusammenhang stellen. Auch der Erwerb der beiden Bücher "Homicide: A Year on the Killing Streets" und "Masterpieces of Murder" wurde zu Ungunsten Reisers ausgelegt. Die Verteidigung versuchte, dies auf die Eigenheiten eines exzentrischen Nerds zurückzuführen.

Allerdings wirkte sich offenbar Reisers eigenes Verhalten negativ auf die Prozessführung aus. Mehrfach soll er seinen eigenen Anwalt unterbrochen und sich selbst verteidigt haben. Dabei habe er teils umständliche Erklärungen gegen die belastenden Argumente ins Feld geführt.

Reiser hatte seine Frau im Jahr 1998 während eines Besuches in Russland über eine Heiratsvermittlung kennengelernt. Nach Angaben des Entwicklers habe sie sich vermutlich wieder in ihr Heimatland abgesetzt und sei bei ihrer Familie untergetaucht.

Reisers Anwalt sagte, er sei mit dem Urteil unzufrieden, aber nicht überrascht. Dies bezog sich offenbar auf Reisers verhalten vor Gericht, dass einem Erfolg nicht zuträglich war. Voraussichtlich wird er in Berufung gehen. Reiser drohen bis zu 25 Jahre Haft.
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