EU: 80 Prozent der Internet-Nutzer haben Breitband
Die EU-Kommission hat eine positive Zwischenbilanz für ihre Initiative i2010 gezogen. Demnach nutzt inzwischen mehr als die Hälfte der Europäer regelmäßig das Internet. Die große Mehrheit (80 Prozent) gehe inzwischen über breitbandige Verbindungen online.
Im letzten Jahr verzeichnete man 40 Millionen neue Anwender. Der Aufwärtstrend halte damit an. Bei den Unternehmen verfügen 77 Prozent über eine Breitband-Anbindung. Gegenüber den 62 Prozent im Jahr 2005 sei dies eine deutliche Steigerung. Auch beim eGovernment sehe man Fortschritte, so die EU-Kommission. Rund 60 Prozent der öffentlichen Dienstleistungen seien inzwischen auch über das Internet zugänglich.
"Es ist ein erfreulicher politischer Richtungswechsel, dass nun alle 27 EU-Mitgliedstaaten in ihren nationalen Programmen die IKT als Haupttriebkraft des Wachstums in Europa unterstützen", sagte die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien Viviane Reding. Dies helfe Europa, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten, und trage zur Modernisierung des Lebensalltags der Europäer bei.
"Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass 77 Prozent der EU-Unternehmen, 67 Prozent der Schulen und 48 Prozent der Ärzte nun mit schnellen Breitbandanschlüssen ausgestattet sind", so Reding weiter. Einige Teile der EU würden in Bezug auf den Netzanschluss aber noch immer weit zurückliegen. Die EU-Länder müssten deshalb größere Anstrengungen unternehmen, um die Lücken zu schließen und grenzüberschreitende Kommunikationsdienste auszubauen. Insbesondere sollen Dienste gefördert werden, mit denen auch ländliche und abgelegene Gebiete an das Internet angebunden werden können.
Bis zum Jahr 2010 gebe es demnach aber auch noch wichtige Herausforderungen, derer sich die EU-Kommission annehmen müsse. So weist der ITK-Sektor zwar eine hohe Forschungsintensität auf, diese liegt aber in Ländern wie der Slowakei, Lettland und Polen noch deutlich unter dem Durchschnitt. Die in diesem Jahr anlaufenden Technologieinitiativen für eingebettete Systeme und Nanoelektronik, elektronische Gesundheitsdienste und risikoträchtige High-Tech-Forschung sollen hier für Abhilfe sorgen.
Fast 40 Prozent der Europäer nutzen das Internet derzeit noch überhaupt nicht, wobei die Spannbreite von 69 Prozent (Rumänien) und 65 Prozent (Bulgarien) über 62 Prozent (Griechenland) bis zu nur 13 Prozent in den besten Mitgliedstaaten (Dänemark, Niederlande) reicht. Auch hier will die EU regulierend eingreifen. Gleiches gelte für die Weiterentwicklung des eGovernment, das mit mehreren im Mai startenden Projekten gestärkt werden soll.
Die Initiative i2010 wurde im Jahr 2005 gestartet. Sie umfasst nationale Strukturreformprogramme in den Mitgliedsstaaten, den Aufbau eines Binnenmarktes für Online-Dienste und die Aufstockung der Forschungsfinanzierung.
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