Droht Windows am eigenen Gewicht zu ersticken?

Windows Die IT-Berater von Gartner haben während der Konferenz "Emerging Technologies" einmal mehr erläutert, warum Windows in der aktuellen Form ihrer Meinung nach zum Scheitern verurteilt ist. Vor allem die langen Entwicklungszyklen und die Ausmaße des Betriebssystems von Microsoft wurden als Problembereiche benannt. Die Entwicklung von Windows würde zu langsam vorangetrieben, monierten die Gartner-Analysten Neil MacDonald und Michael Silver. Außerdem sei Windows inzwischen so umfangreich geworden, dass es nicht mehr als Plattform für alle PCs in Frage kommt. Microsoft müsse seine Herangehensweise radikal ändern, forderten Silver und MacDonald, weil Windows "zu monolithisch" ist.

Weil man alle Kunden mit dem selben System bedienen und dabei maximale Kompatibilität zu älteren Versionen und den damit einhergehenden "Altlasten" bieten wolle, würde Windows irgendwann unter seinem eigenen Gewicht ersticken, so die Prophezeiung der Analysten. Gerade der neue Trend zu kleinen, günstigen aber nicht sehr leistungsstarken Laptops habe gezeigt, dass Microsoft mehrere Systemkerne schaffen muss, um verschiedene Märkte zu bedienen.

Darüber hinaus müsse Microsoft ein einheitliches Nutzungserlebnis unabhängig von der jeweiligen Plattform schaffen, weil zu große Inkonsistenzen bestehen, hieß es. Weiterhin solle das Unternehmen dauerhaft innovativ arbeiten, um seine Führungsrolle im Betriebssystemmarkt zu behaupten. Hinzu kommt noch, dass Microsoft bei allen Bemühungen auch dafür sorgen soll, dass Kompatibilitätsprobleme zwischen verschiedenen Windows-Versionen aus der Welt geschafft werden.

Die Lösungsansätze der Analysten von Gartner fallen dementsprechend radikal aus. Windows müsse sich stärker den verschiedenen Nutzungsformen anpassen, so MacDonald. Nicht überall sei ein "ganzes" Betriebssystem notwendig, stattdessen könne man auch mit virtuellen Maschinen und den dazugehörigen Hypervisoren arbeiten, erklärte er weiter.

Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, schlugen Silver und MacDonald vor, die Möglichkeiten der in Windows enthaltenen Programme zu beschränken. Es sei zum Beispiel keineswegs nötig, dass der Texteditor notepad.exe auch eine Berechtigung Zugriff auf Netzwerk-Ports hat. Dazu seien jedoch tiefgreifende Änderungen am Kernel von Windows notwendig, die Microsoft wohl bisher scheut.

Die Lizenzmodelle von Windows waren ein weiterer Kritikpunkt. Der aktuelle Ansatz, die Lizenz an einen bestimmten PC zu koppeln, sei vollkommen überholt, hieß es. Stattdessen müsse man Wege finden, wie man die Lizenz an den jeweiligen Nutzer binden kann, da dieser immer häufiger zwischen Geräten wechselt.

Das Fazit des Vortrags von MacDonald und Silver lässt sich recht kurz zusammenfassen: Windows hat in seiner aktuellen Form ausgedient. Zudem muss sich Microsoft öffnen, schneller Produkte entwickeln und auf den Markt bringen. Einige erste Anzeichen für eine Entwicklung in dieser Richtung gibt es bereits, ob diese allerdings bereits mit Windows Codename "7" zu sehen sein werden, bleibt abzuwarten.
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