Streit um modifizierte Vista-Treiber: Creative lenkt ein
Die Soundkarten von Creative gelten als hochwertige und leistungsfähige Produkte. Wer sie jedoch mit den offiziellen Treibern unter Windows Vista verwenden will, muss auf einige Funktionen verzichten. Ein brasilianischer Programmierer machte die Features mit eigenen Treiberpaketen bis vor kurzem wieder nutzbar.
Bei Creative war man davon jedoch keineswegs begeistert und verbot "Daniel_K" vor einigen Tagen die Distribution der modifizierten Treiber für X-Fi-Soundkarten. Hintergrund waren angeblich angeblich urheberrechtliche Probleme. Die Proteste enttäuschter Kunden haben den Soundkartenhersteller nun offenbar zum Einlenken bewegt.
In seinem Forum informiert Creative anstelle des Verbots der Treiber von Drittanbietern jetzt darüber, dass man künftig enger mit Drittentwicklern zusammenarbeiten will. Die Beiträge des unabhändigen Entwicklers Daniel_K wurden mittlerweile wiederhergestellt. Das Unternehmen ist sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht.
Die Aufforderung an Daniel_K, seine modifizierten Treiber nicht länger anzubieten, sei teilweise missverstanden worden, behauptet Creative. Man habe versucht auf diesem Weg Sorge über die unberechtigte Verbreitung bestimmter Software von anderen Unternehmen ausdrücken wollen. Diese ist offenbar Teil des Treiberpakets.
Es sei in dem von einem Unternehmenssprecher veröffentlichten Beitrag nicht deutlich geworden, dass man die Entwicklung von Treibern durch unabhängige Dritte durchaus unterstützt, hieß es weiter. Drittentwickler hätten oft hilfreiche Arbeit für Creative und die Kunden geleistet - gerade was Windows Vista angeht - indem sie Treiber für bestimmte Produkte erstellten, was man auch begrüße.
Dies treffe jedoch nicht für die unerlaubte Weiterverbreitung von Produkten anderer Firmen zu, was wie erwähnt der eigentliche Auslöser für die Aufforderung an Daniel_K gewesen sein soll, seine Treiber nicht länger anzubieten. Künftig wolle man besser mit unabhändigen Entwicklern zusammenarbeit, um deren Arbeit zu unterstützen, versicherte Creative abschließend.
Gegenüber den Kollegen von The Register äußerte sich auch Daniel_K dazu. Er sei von Creative nicht ernst genommen worden, erklärte er. Creative habe zwar Recht, was die urheberrechtlichen Probleme seiner Arbeit angeht, doch eigentlich seien die Kunden am Ende die Verlierer. Creative habe absichtlich Funktionen abgeschaltet, die auf den vom Unternehmen selbst entwickelten Technologien basieren.
Weitere Informationen: Creative Community Forum
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