Microsoft weist Kritik zurück: 'Offen' ist ernst gemeint

Microsoft Microsoft hat Kritik an seinem "Open Specification Promise" zurück gewiesen. Das Dokument soll den Entwicklern freier Software eigentlich zusichern, dass sie keine Patentansprüche der Redmonder zu befürchten haben, wenn sie deren Spezifikationen in eigenen Produkten verwenden wollen. Das Software Freedom Law Center (SFLC) hatte das OSP in der letzten Woche massiv kritisiert und behauptet, das Ganze sei weniger "offen" als es sein sollte. Unter anderem stellten die Anwälte des SFLC fest, dass Microsofts Zugeständnisse nur für die derzeit aktuellen Versionen der Spezifikationen gelten und nicht sicher ist, ob dies bei künftigen Ausgaben genauso sein wird.

Microsoft hat nun jedoch klar gestellt, dass die neuen Interoperabilitätsprinzipien bei allen hochvolumigen Produkten gelten, darunter auch Windows Vista inklusive des .NET Framework, Windows Server 2008, Office 2007, SQL Server 2008, Exchange Server 2007 und SharePoint Server. Dies schließe auch in Zukunft erscheinende Versionen ein, hieß es.

Die Redmonder würden alle Programmierschnittstellen ihrer Produkte, die diese mit anderen eigenen Produkten verbinden, offenlegen und über das Entwicklernetzwerk MSDN verfügbar machen, so ein Sprecher des Unternehmens nach Angaben von ZDNet Australia. Dadurch sollen den freien Entwicklern die gleichen APIs zur Verfügung stehen wie Microsofts eigenen Entwicklern. Dies wird auch bei künftigen Produkten der Fall sein, da die Bereitstellung der APIs für nichtkommerzielle Drittentwickler jetzt Teil der Arbeit an einem Programm sei, versicherte der Sprecher weiter.

Auch einen weiteren Kritikpunkt des SFLC will Microsoft so nicht gelten lassen. Die Anwälte der freien Entwickler hatten kritisiert, dass das OSP nicht mit der freien General Public License (GPL) zu vereinbaren sei, da diese verlangt, dass auch alle auf Open-Source-Software basierenden Programme offen zugänglich sein müssen.

Gray Knowlton, Produkt-Manager bei Microsoft, erklärte in seinem Weblog, dass man gerne bereit sei, das OSP auch auf Entwickler auszudehnen, die ihren Code unter einer beliebigen Urheberrechtslizenz also auch der GPL vertreiben. Jeder müsse selbst entscheiden, wie er die GPL interpretiere, schließlich lässt diese dafür reichlich Spielraum, so Knowlton. Microsoft sei nicht in der Position, allgemeine Hinweise zur GPL zu geben.

Er wies außerdem darauf hin, dass Microsofts OSP zusichert, keine Patentansprüche gegen den Teil eines Produkts zu erheben, der die dadurch abgedeckte Technologie verwendet. Dies gelte nicht für die Teil des Produkts, die nichts mit der jeweils verwendeten Spezifikation zu tun haben, hieß es weiter. Dies sei auch bei ähnlichen Zusicherungen anderer Softwarehersteller so, wie etwa bei IBM und Sun im Fall des OpenDocument Formats.
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