Microsofts Wiedergeburt: Kuschelkurs mit Entwicklern

Microsoft Für Microsoft beginnt offenbar eine neue Ära. Das Unternehmen will nun endlich verstärkt auf Standards und Interoperabilität setzen. Dazu sollen Programmier- schnittstellen offen gelegt und ausführliche Informationen und Dokumente zu den hauseigenen Protokollen veröffentlicht werden. Außerdem versprachen die Redmonder erneut, keine rechtlichen Schritte gegen die Entwickler und Nutzer von Open-Source-Software einzuleiten, die Microsofts patentierte Protokolle einsetzt, wenn damit keine kommerziellen Interessen verfolgt werden. Microsoft-Chef Steve Ballmer nannte insgesamt vier neu Prinzipien der Interoperabilität, an die sich sein Unternehmen künftig halten soll.

Künftig will Microsoft offene Verbindungen zwischen der eigenen und der Software von Drittanbietern ermöglichen, den Austausch von Daten erleichtern, Industriestandards verstärkt unterstützen und einen offenen Dialog mit seinen Kunden und der gesamten IT-Industrie führen, wobei man auch die Open-Source-Gemeinschaft im Auge hat.

Ballmer bezeichnete die vier neuen Leitmotive von Microsofts Firmenpolitik als wichtigen Schritt und große Veränderungen im Umgang mit Informationen zu den eigenen Produkten und Technologien. Tatsächlich bildet die neue Ankündigung lediglich den Höhepunkt eines Trends zu mehr Interoperabilität, der sich in den letzten Wochen und Monaten abzeichnete.

Microsofts Öffnung dürfte vor allem auf den Druck der internationalen Wettbewerbsbehörden zurück zu führen sein. Nachdem die Redmonder bereits mehrfach hunderte Millionen Euro Strafe wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht zahlen mussten, hat die EU inzwischen erneut Untersuchungen eingeleitet. Außerdem ist die Offenlegung von Informationen zu Microsofts Produkten Teil der Auflagen der EU-Wettbewerbshüter aus dem Monopolverfahren von 2004.

Bei Microsoft selbst ist man da natürlich ganz anderer Meinung - man sei keines Wegs gezwungen worden, APIs zu öffnen oder Informationen bereit zu stellen. Chief Software Architect Ray Ozzie nannte die Ankündigungen eine Reaktion auf Anforderungen der Kunden. Interoperabilität sei in Zeiten des Datenaustauschs im und über das Internet für die Kunden immer wichtiger geworden, so dass man sich nun anpasst, so Ozzie.

Chef-Justiziar Brad Smith betonte ebenfalls die Bedeutung der jüngsten Entwicklung. Künftig könnten Entwickler ohne rechtliche Bedenken auf Microsofts Protokolle zugreifen. Dann sei der Bezug von Informationen zu den bisher als Geschäftsgeheimnis eingestuften Informationen so einfach, wie das Surfen auf allen anderen Internetseiten, prophezeite er.

Auch wenn die Dokumentationen und Protokolle künftig für nichtkommerzielle Zwecke ohne den bisher nötigen bürokratischen Aufwand bereit gestellt werden sollen, will Microsoft sein geistiges Eigentum im kommerziellen Sektor weiterhin schützen, erklärte Smith. Für die Anbieter kommerzieller Software dürfte sich also im Hinblick auf die freie Verwendbarkeit der Protokolle und Informationen nichts ändern - sie müssen weiter ordnungsgemäß lizenziert werden.

Hier noch einmal Microsofts vier neue Prinzipien und wie sie laut Firmenchef Ballmer umgesetzt werden sollen:

  • Offene Verbindungen: Microsoft wird alle APIs und Kommunikationsprotokolle dokumentieren, die von seinen Produkten genutzt werden. Nichtkommerzielle Entwickler müssen künftig weder eine Lizenz beachten, noch Gebühren oder andere Zahlungen für die Nutzung der Informationen zahlen, so Ballmer. Schon jetzt hat Microsoft 30000 Seiten Dokumente zu Windows Client- und Server-Protokollen veröffentlicht. In den kommenden Monaten will Microsoft weitere API-Dokumentation veröffentlichen, unter anderem für Produkte wie Office 2007 und das .NET Framework.

  • Datenportabilität: Microsoft entwickelt neue Programmier- schnittstellen für die Office-Anwendungen Word Excel und PowerPoint, die es Entwicklern ermöglichen sollen, weitere Dokumentenformate nutzbar zu machen, die von den Anwendern als Standardformate verwendet werden können.

  • Standards: Microsoft will industrieweite Standards nicht nur unterstützen, sondern auch eigene Ergänzungen dieser Standards ausführlich dokumentieren.

  • Engagement in der IT-Industrie: Nach der Gründung des Interoperability Executive Council vor drei Jahren, ruft Microsoft nun die Open-Source Interoperability Initiative ins Leben. Dieses Projekt soll Informationen bereit stellen, mit denen die Interoperabilität zwischen Microsofts Produkten und denen der Open-Source-Szene verbessert werden kann. Außerdem will man ein Online-Forum einrichten, das für die Kommunikation zwischen Microsoft, Open-Source-Entwicklern und den gemeinsamen Kunden genutzt werden soll.

Steve Ballmer machte zum Abschluss der Pressekonferenz anlässlich der Bekanntgabe der neuen Prinzipien deutlich, dass es für den langfristigen Erfolg von Microsoft nötig ist, Software- und Service-Plattformen anbieten zu können, die offen und flexibel sind und sowohl Kunden, als auch Entwicklern Wahlfreiheit lassen.
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