Thunderbird 3.0: Neue Mozilla-Sparte hat Großes vor

Software Als Mozilla vor einigen Monaten bekannt gab, dass man die Entwicklung des beliebten E-Mail-Programms Thunderbird an ein neu zu gründendes Subunternehmen abgeben will, war dies für viele Fans der Software ein Schlag ins Gesicht. Jetzt hat David Ascher, der die neu gegründete Messaging-Sparte leitet, neue Angaben zu den Zukunftsplänen für Thunderbird gemacht.

Anlässlich der Gründung von Mozilla Messaging ließ Ascher verlauten, dass man noch in diesem Jahr die Version 3.0 von Thunderbird veröffentlichen will. Die ersten Vorabversionen sollen allerdings schon innerhalb der nächsten drei Monate verfügbar gemacht werden, so dass die Nutzer schon früh Einfluss auf die Entwicklung ausüben können.

Outlook im Visier
Mit Version 3.0 soll Thunderbird laut Ascher zunehmend zu einem Konkurrenten für Microsofts Outlook werden, gerade was die Bedürfnisse von Unternehmen angeht. Die dafür nötige Arbeit soll die nun geschaffene dritte Säule von Mozilla erledigen. Dieser Mozilla Messaging genannten Abteilung steht Ascher zusammen mit Chris Beard, dem General Manager der Mozilla Labs, und Marten Mickos, dem Chef des Datenbankherstellers MySQL vor.


Der Aufgabenbereich von Mozilla Messaging soll sich bei weitem nicht auf E-Mail-Software beschränken. Schon jetzt kann Thunderbird mit RSS-Feeds oder auch Newsgroups umgehen, doch künftig will Ascher mit seiner Abteilung auch Software für Instant-Messaging, SMS oder Web-Messaging für Soziale Netzwerke anbieten können.

Sicherheit wie bei Firefox
Erste Schritte in dieser Richtung sollen schon mit Thunderbird 3.0 unternommen, wenn auch wahrscheinlich nur in Form von Erweiterungen. Ähnlich wie beim freien Browser Mozilla Firefox soll nämlich auch die E-Mail-Software künftig verstärkt mit eigenen AddOns erweiterbar gemacht werden.

Ebenfalls angedacht ist die Nutzung der in Firefox integrierten Sicherheitsfunktionen durch Thunderbird. Man könne die Technologie von Firefox 3 nutzen, um Phishing-Versuche abzuwehren, und diese in Thunderbird integrieren, orakelte Ascher. Als Grundlage für die neuen Messaging-Funktionen schlug er das von Jabber und Google Talk verwendete XMPP-Protokoll vor.

Kurzfristig realisierbare Verbesserungen
All diese Ziele lassen sich aber wohl erst auf lange Sicht realisieren. Vorher will man sich bei Mozilla Messaging offenbar vor allem auf die Verbesserung der in Thunderbird 2.0 vorhandenen Funktionen konzentrieren. Dazu gehört eine optimierte Suchfunktion und auch das Hinzufügen von Kalenderfunktionen.

Durch eine Suchfunktion, die E-Mails, Kalenderdaten, Adressbücher und eines Tages vielleicht auch Messenger-Gespräche abdeckt, könnte Thunderbird 3 deutlich einfacher zu benutzen sein, so Ascher. Auch insgesamt soll die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit auf der Liste der Planungen für die neue Ausgabe von Mozillas E-Mail-Software ganz oben stehen.

Mozilla Messaging soll sich bei seiner Arbeit anfangs ausschließlich auf die Entwicklung guter Software spezialisieren. Das Erwirtschaften von Einnahmen sei vorerst kein Thema, wie es schon beim Browser Firefox der Fall war. Das Einbinden einer Google-Suche wie bei Firefox schloss Ascher vorerst aus. Man wolle schließlich nicht etwas schaffen, das Werbeeinahmen sprudeln lässt, sondern die bestmögliche Software, sagte er.
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Privat nutze ich auch Thunderbird und bin zufrieden damit. In Firmenumgebungen wird Outlook meist zusammen mit Exchange genutzt, das sehe ich keine grossen Chancen für Thunderbird.
 
@swissboy: Das mag vielleicht für Windows gelten, aber z.B. in Linux ist Evolution einer der wenigen mit Exchange-unterstützung... wobei ich Evolution auch nicht unbedingt schlecht finde!! Ich bin mal gespannt da ich wie du auch privat eigentlich ausschließlich auf Thunderbird setzte, wobei es im heutigen Status wirklich noch nicht Outlook das Wasser reichen kann ( vom Funktionsumfang )... aber mal abwarten :D
 
@swissboy: Wir nutzen in der Firma IBM Lotus Notes, dagegen wird Thunderbird auch nicht anstinken können. Es sei den Sie bringen ein Equivalent zum Domino, bzw. Exchange Server.
 
@swissboy: Glaube ich auch. Aber gut, nenne mir mal allgemein Software (neben Server-OS) die OpenSource ist und sehr beliebt bei Firmen ist... Mir fällt grade keine ein. Vor allem geht es ja auch um Support. Aber nichts desto trotz ist natürlich für Privatanwender Opensource nicht selten eine gute Alternative zu Kommerziellem.
 
@Tienchen: Apache :)


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