Microsoft & Yahoo: Weniger Privatsphäre & Qualität?
Microsofts großes Interesse am Internetkonzern Yahoo stößt bei Internet-Nutzern und Datenschützern gleichermaßen auf Ablehnung. So fürchten viele User um die benutzerfreundlichen Funktionen der Online-Angebote von Yahoo, während die Datenschützer vor allem Sorge um ihre Privatsphäre haben.
Die Nutzer von Yahoos Internet-Portalen, darunter auch die Foto-Community Flickr und der Social-Bookmarking-Service Del.icio.us, sehen vor allem Microsofts bisheriges Scheitern bei Web-2.0-Diensten als Grund zur Sorge. Während Google und Yahoo die Nutzer mit vielseitigen und leicht bedienbaren Angeboten locken konnten, schlugen Microsofts Versuche bisher meist fehl.
Die Redmonder konnten ihre Webdienste, die unter der Marke "Windows Live" zusammengefasst sind, bis dato nicht wirklich erfolgreich im Markt etablieren. Zwar betreibt Microsoft mit Windows Live Hotmail den weltweit erfolgreichsten Webmailer, doch mit seinen eigenen Foto-Communities und Videoportalen konnte der Konzern bisher nichts ausrichten.
Die Liste der zwar existierenden, aber kaum bekannten Online-Dienste von Microsoft ließe sich fast unendlich fortsetzen, wird argumentiert. Angesichts dessen droht Flickr & Co bei einer Übernahme von Yahoo durch Microsoft das baldige Ende, da die Redmonder dann wohl die gleichen Fehler machen würden wie bei den eigenen erfolglosen Angeboten, prophezeien einige Yahoo-Kunden.
Unter Datenschützern sieht man den Zusammenschluss von Yahoo und Microsoft als neue Gefahr für die Privatsphäre der Internet-Nutzer. Während Microsoft nach eigenen Angaben vor allem ein Gegengewicht zu Googles marktbeherrschender Stellung bei Suchmaschinen und Online-Werbung schaffen will, wird dies nach Ansicht von Datenschützern vor allem dazu führen, dass nicht mehr nur Google in vollem Eifer die Daten der Nutzer sammelt, sondern dann auch noch "MicroHoo".
Durch den größeren Wettbewerb im Bereich der Online-Werbung sei zu befürchten, dass sich die Unternehmen in ihrer Sammelwut zu übertreffen versuchen. Letztendlich gebe es dann nur noch drei große Sammelstellen, die alle Informationen horten - Google, Microsoft und Geheimdienste, heißt es. Die zuständigen Behörden müssten spätestens jetzt eingreifen, nachdem sie schon bei der Übernahme des Online-Werbevermarkters DoubleClick durch Google nicht aktiv geworden waren.
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