Angreifer kann Router mit Flash & UPnP übernehmen
Zwei Sicherheitsexperten haben Konzeptcode veröffentlicht, der zeigt, wie ein Angreifer mit Hilfe weit verbreiteter Technologien die Kontrolle über den Router seines Opfers erlangen kann. Über Schwachstellen in Adobe Flash und dem Protokoll selbst kann man ihren Angaben zufolge in Geräte eindringen, die Universal Plug & Play (UPnP) unterstützen.
Mit Hilfe einer speziell präparierten Flash-Datei, die vom Anwender nur geöffnet werden muss, kann unter Verwendung des UPnP-Protokolls der im Router eingestellte primäre DNS-Server geändert werden. Auf diesem Weg ließen sich alle Anfragen des Browsers des Opfers zu gefälschten Websites oder anderen bestimmten Angeboten umleiten, selbst wenn man eine sonst legitime URL-Adresse eingibt.
Da Ultra Plug and Play heute eine Standardfunktion der meisten Router ist, gehen die Experten davon aus, dass "99 Prozent von Heimanwendern genutzten Router verwundbar sind". Auch andere Geräte, die UPnP unterstützen, könnten ihren Angaben zufolge angegriffen werden.
Das Problem soll besonders deshalb gefährlich sein, weil es auf einer Kombination der Funktionen von Flash und Ultra Plug and Play basiert, also nicht nur plattformunabhängig ausgenutzt, sondern auch von Adobe und den Router-Herstellern nicht einfach beseitigt werden kann. Abhilfe schafft angeblich nur die Deaktivierung von UPnP.
Dadurch können aber viele weit verbreitete Programme nicht mehr ohne manuelle Konfigurationsarbeit auf das Internet zugreifen. Die Routerhersteller sollten UPnP nach Meinung der Experten ab Werk künftig deaktiviert lassen, so dass auch unerfahrene Anwender erst einmal geschützt sind.
Andere Sicherheitsspezialisten sehen in dem jetzt veröffentlichten Konzeptcode keine direkte Bedrohung. Noch werde der Ansatz nicht tatsächlich für aktive Angriffe ausgenutzt, es bestehe deshalb auch kein sofortiger Handlungsbedarf. Wer sich auskennt, solle eben UPnP abschalten und die von der von ihm verwendeten Software benötigten Ports manuell freigeben.
Weitere Informationen: GNUCitizen.org
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