CES: Microsoft mit Origami 2.0 gegen Linux-Gadgets

CES Microsoft und Intel stellten vor nun schon fast zwei Jahren mit dem "Origami" Konzept eine Plattform für besonders kompakte, tragbare Computer mit Windows vor. Bis heute konnten diese so genannten Ultra-Mobile PCs (UMPC) aber kaum im Massenmarkt Fuß fassen. Dies ist vor allem darauf zurück zu führen, dass man kaum Anpassungen für die Nutzung von Windows auf den mit sieben und weniger Zoll sehr kleinen Touchscreens vorgenommen hatte. Zwar gibt es eine spezielle Anwendung von Microsoft - Origami Experience genannt - die verschiedene Applikationen für die Bedienung mit dem Finger zugängig macht, doch geschieht dies bisher nur in einem sehr beschränkten Umfang.

Letztenendes hat sich die Technik zwar mittlerweile stark weiterentwickelt und ist sogar noch weiter geschrumpft, vor allem Software-seitig hat sich aber nur recht wenig getan. Gerade Microsofts Engagement war eher enttäuschend, so dass Intel mittlerweile dazu übergegangen ist, eine weitere neue Gerätekategorie zu bewerben, die so genannten Mobile Internet Devices (MID).

Dabei handelt es sich um teilweise noch kompaktere Mini-Tablet-PCs, auf denen spezielle Linux-Varianten zum Einsatz kommen. Diverse wichtige Hersteller, darunter Größen wie Lenovo, Toshiba und ASUS haben diese neuen Produkte für sich entdeckt und eigene Versionen entwickelt. Diese sollen in den kommenden Monaten zu im Vergleich zu den meisten UMPCs etwas günstigeren Preisen auf den Markt kommen.


Um die in UMPCs investierte Entwicklungsarbeit angesichts der großen Attraktivität der neuen Mobile Internet Devices auf Linux-Basis nicht wie so oft umsonst gemacht zu haben, will Microsoft nun die Windows-Geräte besser benutzbar machen. Dazu hat man die Spezialoberfläche Origami Experience weiterentwickelt und präsentiert nun auf der Consumer Electronics Show 2008 die Version 2.0.

Nach gut einem Jahr Entwicklungszeit ist nun eine ansprechende Oberfläche für UMPCs entstanden, die deutlich mehr Funktionen bietet als in ihrer ersten Ausgabe. Es gibt drei wichtige Neuerungen, durch die Ultra-Mobile PCs nun auch für den Alltag der meisten Verbraucher tauglich gemacht werden sollen.

Origami Now
Zum Einen handelt es sich um einen neuen LogIn-Bildschirm, bei dem mit Bildern und Markierungen gearbeitet wird. Der Kunde sucht sich ein Bild seiner Wahl aus und legt bis zu acht markante Punkte als eine Art Passwort fest. Wird das Gerät dann gestartet, muss man mit dem Finger die festgelegten Punkte antippen, um sein Passwort einzugeben.

So will Microsoft eine hohe Sicherheit des LogIn-Systems garantieren und es gleichzeitig auch noch ansehnlich und leicht benutzbar gestalten. Weiterhin gibt es mit "origami Now" ein neues Paket von acht kleinen Anwendungen, die für die Nutzung mit dem Finger ausgelegt sind. Dazu gehören Kalender, Uhr, Listen, E-Mail, Notizen, Web-Feeds, Wetter und das so genannte Web Image.


Die Mini-Tools lassen sich allesamt einfach mit der Hand bedienen und wurden sehr ansehnlich gestaltet. Es handelt sich zum Teil um spezielle Aufsätze für vorhandene Windows-Anwendungen. Während die zuerst genannten Tools altbekannte Aufgaben einfacher machen sollen, handelt es sich bei Web Image um ein weiteres nützliches neues Werkzeug.

Damit lassen sich beliebige Bilder aus dem Internet auswählen, die in die Oberfläche des Origami Experience 2.0 eingebunden werden. Sie werden dann regelmäßig aktualisiert. Webcam-Bilder, Aktienkurse und praktisch jedes andere Bild, das eine feste URL hat, aber häufiger aktualisiert wird, lassen sich so auf einen Blick einsehen, ohne zuvor jedes Mal die jeweilige Website aufrufen zu müssen.

Origami Central
Das neue Origami Central vereint Medienanwendungen unter einer leicht bedienbaren, attraktiven Touch-Oberfläche. Dazu gehört neben einer verbesserten Oberfläche für den Windows Media Player auch eine Art Touch-Aufsatz für den Internet Explorer. Dieser soll die Nutzung des Internets stark vereinfachen und ansehnlich gestalten.

Websites werden dabei bildschirmfüllend angezeigt und ein scrollen ist durch einfache Gesten mit dem Finger möglich. Die Steuerungselemente und Eingabefelder für URLs und ähnliches sind dabei immer am oberen Bildschirmrand versteckt angeordnet. Sie sind entsprechend groß gestaltet, so dass man nur mit dem Finger darauf tippen muss und auch sicher die gewünschte Schaltfläche erwischt.


Das Ganze funktioniert erstaunlich gut und ist dabei auch noch hübsch anzusehen. Vielleicht hat Microsoft auch von der Konkurrenz mit dem Apfel-Logo gelernt, die für ihr erstes Handy einen sehr attraktiven Browser anbietet. Dementsprechend hat man sich beim Funktionsumfang des neuen Aufsatzes für den Web-Browser nicht nur auf dessen Basisfunktionen konzentriert.

Zusätzlich lassen sich auch Feeds aller Art abrufen, wofür ebenfalls Anpassungen am Nutzer-Interface stattfanden. Nicht nur Podcasts und Nachrichten-Feeds lassen sich so abonnieren und konsumieren, sondern auch Video-Downloads. Außerdem ist eine Schnappschuss-Funktion für Websites vorhanden, so dass diese später auch ohne eine bestehende Internet-Verbindung eingesehen werden können.

Windows-Optimierungen
Bei dem uns gezeigten Vorführgerät handelte es sich um den neuen HTC Shift, eine Art Mischung aus UMPC, Tablet-PC und Mini-Notebook. Auf dem Gerät läuft Windows Vista, das mit Hilfe von speziellen Touch-Einstellungen für die Fingerbedienung optimiert werden kann. Unter anderem lassen sich die wichtigsten Schaltflächen - z.B. die zum Minimieren, Maximieren und Schließen eines Fensters - vergrößert darstellen, um besser erreichbar zu sein.

Origami Experience 2.0 läuft bei der Arbeit mit Windows selbst immer im Hintergrund. Es ist über ein am Bildschirmrand verstecktes Symbol jederzeit aufrufbar und hält die vom Nutzer "abonnierten" Informationen ständig bereit und auf dem neuesten Stand. Wetter, Web Images und Co bleiben so immer aktuell und verfügbar.


Insgesamt macht Origami Experience 2.0 UMPCs gerade für Konsumenten deutlich leichter bedienbar als bisher. Die Software soll mit den in den kommenden Monaten erscheinenden Geräten nach und nach eingeführt werden und kann auf Wunsch auch nachgerüstet werden. Nach Angaben des Standpersonals funktioniert sie auch unter Windows XP.

Microsoft will also Linux die ultramobilen Endgeräte nicht kampflos überlassen. Es bleibt abzuwarten, ob es durch die Kombination der attraktiveren Oberfläche mit neuen, leistungsfähigeren Endgeräten wie dem neuen Samsung Q1 Ultra Premium (wir berichteten) gelingen kann, UMPCs endlich für jedermann interessant zu machen. Schließlich handelt es sich nach wie vor um vielseitige Geräte, die alle Funktionen eines "ausgewachsenen" PCs ebenfalls bieten.

WinFuture Special: Consumer Electronics Show 2008
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