Südkorea: Erstes 'Boot Camp' für Internet-Abhängige

Internet & Webdienste In einigen asiatischen Ländern hält man das Internet für die Ursache von Suchtverhalten und versucht deshalb mit verschiedenen Maßnahmen betroffenen zu helfen. Zum Beispiel darf man Online-Spiele in China seit geraumer Zeit nur noch für wenige Stunden am Stück nutzen. Auch in Südkorea ist man offenbar der Auffassung, das die Nutzung des Internets süchtig machen kann. Dort hat man nun einen besonderen Weg gefunden, um Jugendlichen zu helfen, die man für internetsüchtig hält. Die Betroffenen werden in Trainingslagern behandelt.

Die Einrichtungen erinnern teilweise an die aus den USA bekannten so genannten Boot Camps, in denen jugendliche Straftäter umerzogen werden sollen. Es gibt aber auch diverse therapeutische Maßnahmen, die den Jugendlichen helfen sollen, ihre Probleme los zu werden.

Wie die International Herald Tribune berichtet, handelt es sich der "Jump Up Internet Rescue School" um das weltweit erste Trainingslager, mit dem Internetabhängigen geholfen werden soll. Nach Ansicht von koreanischen Medizinern sind rund 2,4 Millionen Menschen in dem Land suchtgefährdet, was die Nutzung des weltweiten Netzes angeht.

Rund 250.000 Jugendliche unter 18 Jahren sollen konkrete Anzeichen für eine Sucht zeigen. Die Regierung hat bereits zahlreiche Beratungsstellen geschaffen und bietet an rund 100 Krankenhäusern Behandlungsprogramme an. Mit dem Trainingslager will man nun neue Möglichkeiten ausloten.

Erstmals wurden in diesem Jahr Jungen in kleinen Gruppen über 12 Tage in dem Lager behandelt. Die Einrichtung wird vollständig vom Staat finanziert, die Eltern müssen also selbst nichts zuzahlen. Problematisch ist allein, überhaupt an der Behandlung teilzunehmen - für jeden Platz gibt es fünf Bewerber.

Um den Kindern ein Leben ohne den Computer und das Internet schmackhaft zu machen, wird ihnen in der neuen "Schule" ein enger Zeitplan für ihren Tagesablauf vorgegeben. Der Computer ist in dieser Zeit für sie tabu, die Teilnehmer dürfen allerdings eine Stunde täglich telefonieren.

Darüber hinaus wird den Camp-Teilnehmern ein vielfältiges Aktivitätsprogramm geboten. Mit Sport und in Gruppen zu erledigenden Aufgaben versuchen die Macher des Trainingslagers ihren Klienten zu zeigen, dass es auch ein Leben ohne Internet gibt. Sie wollen die Verbindung zum Web schwächen und den Jugendlichen zeigen, was die "echte Welt" zu bieten hat.
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