Zune: Alles zur neuen iPod-Konkurrenz von Microsoft

Microsoft Als Microsoft im November 2006 seinen ersten eigenen Multimedia-Player, den so genannten Zune, erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, gingen Marktbeobachter zunächst davon aus, dass nun ein aussichtsreicher Konkurrent zu Apples iPod auf den Plan getreten sei. Als die Geräte dann in den Handel kamen, war die Ernüchterung groß. Zwar bietet die erste Generation der Zune-Player ein größeres Display als bei Apples Video-iPods damals üblich war und ein innovatives Benutzer-Interface, doch vor allem die bei gleicher Speicherkapazität im Vergleich zum iPod deutlich größere Dicke des Zune sorgte für Spott.

Trotz seiner Macken konnte sich der Zune schnell im Markt für Festplatten-basierte Multimedia-Player etablieren - natürlich hinter Apples iPod, der nach wie vor das beliebteste Gerät dieser Art darstellt. Jetzt wagt Microsoft erneut einen Angriff auf Apples iPod und will mit einer Neuauflage des Zune den eigenen Marktanteil weiter ausbauen.

Wie von uns bereits vorab berichtet, hat Microsoft heute Nacht sein neues Zune LineUp präsentiert. Neben einem überarbeiteten Festplatten-basierten Player wird es nun auch Varianten mit Flash-Speicher geben. Microsoft-Gründer Bill Gates und J. Allard, Chef der Unterhaltungssparte des Softwarekonzerns stellten die Geräte erstmals offiziell der Öffentlichkeit vor.


Der neue Flash-basierte Zune-Player soll mit Kapazitäten von 4 und 8 Gigabyte Speicher angeboten werden. Die Preise entsprechen denen ähnlicher Produkte, orientieren sich aber vor allem an Apples iPod. So kostet die 4-Gigabyte-Variante 149,99 US-Dollar, während für die Version mit 8 Gigabyte Speicher 199,99 US-Dollar fällig werden.

Dies entspricht exakt den Preisen von Apples iPod nano, der erst vor kurzem ebenfalls neu aufgelegt wurde. Wie auch der direkte Konkurrent von Apple erlaubt auch der Mini-Player von Microsoft die Wiedergabe von Videos. Natürlich sind auch die üblichen Musikfunktionen vorhanden. Der größte Unterschied liegt jedoch beim integrierten WLAN-Modul.


Die Flash-Zunes sind 9,1 x 4 x 0,83 (HxBxT) Zentimeter groß und sollen in den Farben Schwarz, Grün, Pink und Rot auf den Markt kommen. Beim Festplatten-basierten Zune bleibt die Farbauswahl vorerst noch beschränkt, nachdem sich Microsoft mit der Farbwahl bei der ersten Generation ebenfalls zum Ziel des Spotts von selbsternannten Designkritikern gemacht hat.

Wurde der Zune der ersten Generation von Anfang an in den Farben Schwarz, Weiss und ausgerechnet Braun angeboten, so wird des die Neuauflage vorerst nur in Schwarz geben. Auch den wahrscheinlich größten Kritikpunkt von Zune "1.0" will Microsoft nur einmal gemacht haben: der neue "große" Zune ist deutlich dünner als das alte Modell.


Die Festplattenkapazität wurde von 30 auf 80 Gigabyte erhöht und damit dem Basismodell des iPod classic angepasst. In naher Zukunft dürfte ein weiteres Modell folgen, dass noch mehr Speicherplatz bietet. Wie schon beim Vorgänger verlangt Microsoft für den Zune mit eingebauter Festplatte knapp 250 US-Dollar.

Wie erwähnt wird der Zune nun wesentlich dünner: die Festplatten-basierte Variante ist nur noch 12,7 Millimeter dick - das erste Modell hatte gut einen halben Zentimeter mehr auf den Rippen. Im Vergleich zum iPod classic mit der gleichen Kapazität bleibt der Zune allerdings der Dickere: der iPod classic mit 80-Gigabyte-HDD ist nur 10,5 Millimeter dick.


Beim Display behält Microsoft hingegen die Oberhand. Tatsächlich haben die Redmonder in dieser Hinsicht sogar noch nachgelegt. Statt des bisher verwendeten 3,0-Zoll-Displays kommt nun ein mit 3,2 Zoll Diagonale etwas gewachsener Bildschirm zum Einsatz. Das Gehäuse des neuen Zune misst 10,8 x 6,1 x 0,13 (HxBxT) Zentimeter und fällt somit ein bisschen kleiner aus als beim Vorgängermodell.

Allen neuen Zune-Playern sind neu gestaltete Bedienelemente gemeisam. Statt eines klassischen Bedienkreuzes kommt nun eine berührungsempfindliche Wippe zum Einsatz, mit der durch die Ordnerstrukturen und anderen Teile des Menüs navigiert werden kann. Die Einstellung der Lautstärke und das Springen zwischen einzelnen Musikstücken erfolgt durch das Drücken auf das Bedienelement.

Mit der neuen Gerätegeneration nutzt Microsoft nun auch das bei den Zune-Playern integrierte WLAN-Modul endlich nicht mehr nur zum Tausch von Musikstücken mit anderen Zune-Besitzern. Nun ist auch die drahtlose Synchronisation mit der Zune-Software möglich. Dies erfolgt automatisch, sobald der Player Kontakt zum WLAN-Netzwerk hat.


Der drahtlose Download von neuen Musikstücken oder Filmen aus dem Zune Marketplace - Microsofts Gegenstück zu Apples iTunes - ist bisher aber noch nicht möglich. Ob eine derartige Funktionalität nachgerüstet werden soll, ist derzeit nicht bekannt. Immerhin wird die PC-Software für die Übertragung neuer Inhalte auf den Zune derzeit überarbeitet.

Zu den weiteren Neuerungen, die übrigens bald auch für die erste Generation des Zune via Firmware-Update verfügbar gemacht werden sollen, gehört die neu geschaffene Möglichkeit H.264- und MPEG4-Videos wiederzugeben. Auch die überarbeitete Benutzeroberfläche der neuen Zune-Versionen soll bald auf den alten Playern Einzug halten.

Wer jetzt davon ausgeht, dass Microsoft den ersten Zune-Player aufs Altenteil schickt, liegt falsch. Stattdessen soll das Gerät das LineUp ergänzen und wird weiterhin angeboten. Mit dem erwähnten Firmware-Update wird der Funktionsumfang an die neue Generation angepasst. Um das Gerät weiterhin für Kunden interessant zu machen, dürfte eine erneute Preissenkung angedacht sein.


Um den Überblick zu behalten, um welches Zune-Modell es sich jeweils handelt, führt Microsoft zudem ein neues Namensschema ein. Hieß der Zune bisher nur, ja richtig Zune, so wird dem Namen nun eine Zahl zur Seite gestellt, die die Speicherkapazität angibt. Die Flash-Player heißen also Zune 4 und Zune 8, während das Festplatten-basierte Modell Zune 80 und die alte Version Zune 30 genannt werden.

Der Tausch von Musikstücken mit anderen Besitzern eines Zune ist weiterhin nur in beschränktem Maße möglich. So lassen sich die Lieder weiterhin nur drei Mal abspielen, eine Hürde fällt jedoch - die Begrenzung der für die Wiedergabe zur Verfügung stehenden Zeit auf drei Tage fällt künftig weg. Zudem wird nun voll Podcast-Unterstützung geboten.

Die Zune-Player werden nun außerdem zu einem Teil von Microsofts Vision vom "Digitalen Zuhause", da nun Inhalte, die mit dem Windows Media Center aufgezeichnet wurden, ohne viel Aufwand auf den mobilen Begleiter übertragen lassen. Die entsprechende Komprimierung der Inhalte erfolgt dabei automatisch.

Die neuen Zune-Player sollen ab Mitte November auf den Markt kommen. Ob und wann ihre Einführung auch in Europa geplant ist, ist nicht bekannt.
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