AllofMP3 verhindert den WTO-Beitritt von Russland

Wirtschaft & Firmen Nachdem der russische Musikladen AllofMP3 für einige Wochen von der Bildfläche verschwunden war, kündigten die Betreiber in dieser Woche an, wieder an den Start gehen zu wollen. Diese Entscheidung wird sich vor allem auf Russlands WTO-Beitritt auswirken.

Demnach will die USA den Russen ermöglichen, in die Welthandelsorganisation einzutreten, allerdings nur dann, wenn das geistige Eigentum zukünftig geschützt wird. Russland hatte vor einiger Zeit verkündet, diese Anforderung zu erfüllen und versuchte mit aller Macht AllofMP3 zu schließen. Allerdings scheint das nach russischem Recht nicht so einfach zu sein.


Der Ex-Chef des Musikdienstes wurde kürzlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. In einem Interview mit einem Sprecher der US-Handelsbeauftragten Susan Schwab wurden recht deutliche Worte gefunden: "Ich sehe keinen WTO-Beitritt für Russland, solange es Websites wie AllofMP3 gibt."

Normalerweise hätte AllofMP3 kaum noch Geschäfte abwickeln können, da keine Kreditkartenfirmen mehr Zahlungen akzeptieren wollten. Aber auch hier machten die russischen Gerichte mit einem Urteilsspruch auf sich aufmerksam: Visa wurde verpflichtet auch weiterhin Zahlungen für AllofMP3 abzuwickeln.
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Ausgerechnet die USA sollten da mal brav die Füße stillhalten. Lange kein Feindbild mehr gehabt, eh?
 
@besserwiss0r: Du hast aber anscheinend eins: Die böse Musikindustrie, die böse USA, die bösen Künstler, die auch noch Geld für ihre Musik haben wollen, um leben zu können. Wobei ich sagen muss, dass ich nicht toll finde, was die RIAA treibt, und ihre Tentakel reichen anscheinend sogar bis tief ins Weiße Haus. Trotzdem: Die Sache mit dem Schutz geistigen Eigentums ist an sich gut, und wenn man China auf die Finger klopft, muss man das in dem Fall wohl auch mit Russland tun.
 
@castelgandolfo: Die Künstler bekommen doch Geld, schau Dir ihre Reichtümer an. Sie bekommen sogar zuviel geld, sonst würde die MI nicht jammern, dass sie die Ausgaben/Einnahmen-Verhältnisse nicht ausgeglichen bekommen, weil die Kunden nicht mehr bereit sind, teures Geld für Mittelmäßige Musik zu bezahlen. Schau Dir an, was die MI an den Künstlern mit verdient und an den Rechten der Tracks, denn darum geht es nämlich wirklich.
 
"Böse Musikindustrie", ja, erstens wegen "Geld aus Scheiße machen", mit Blick auf das, was die "Musik" schimpfen, und zweitens wegen des recht interessanten Verhältnisses von Einnahmen und Künstlertantiemen. "Böse USA", ja, aus politischen Gründen. Und gegen Künstler hab ich nichts, aber wenn sie bei der Industrie unter Vertrag stehen, haben sie nicht mehr viel vom Geld und sind nebenbei noch ziemlich eingeschränkt, was ihre Kreativität betrifft. Die Industrie will massenkompatibles Konsensgedudel.
 
@castelgandolfo: Bissel naiv gedacht, wa. Sollten Künstler eines Tages bereit sein tatsächlich für die Sache zu spielen und nicht für die Mrd. Euro, dann wirst du festellen wie viele brave Zuhörer freiwillig zu akzeptaplen Preisen Musik kaufen, und das sogar dann, wenn sie nicht DMR oder sonstwie geschützt ist.


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