Jeder zehnte Surfer soll vom Internet abhängig sein

Internet & Webdienste Israelische Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass jeder zehnte Internetnutzer abhängig ist. Dr. Pinhas Dannon, von der Medizinischen Fakultät der Universität Tel Aviv beschäftigt sich schon seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema und will seine neuen Erkenntnisse im November in den USA präsentieren. Vorab teilte er mit, dass "Internetsucht" in die gleiche Kategorie schwerer Suchtkrankheiten einzuordnen ist, wie Spielsucht, Kleptomanie und Sexsucht. Bisher wird die Sucht nach dem Internet maximal als mittelschwere Krankheit eingestuft, wie etwa das zwanghafte Waschen der Hände.

Nach Auffassung von Dr. Dannon muss die Sucht nach der Benutzung des Internets künftig anders betrachtet werden, da es sich nicht um einen einfachen "Drang" handele, sondern viel mehr um eine Art "heftiges Verlangen". Wenn man die Krankheit nicht anders einstufe, lassen sich seiner Ansicht nach keine entsprechenden Behandlungsmethoden entwickeln.

Seinen Erkenntnissen zufolge sind zwei Nutzergruppen besonders gefährdet. Zum Einen die Gruppe der Teenager, was angesichts der starken Internetnutzung unter Jugendlichen nicht überrascht. Überraschender kommt da schon die These, dass es sich bei der zweiten Gruppe um Mittfünfziger handeln soll, die unter Einsamkeit leiden, weil ihre Kinder lange aus dem Haus sind.

Die Symptome der Sucht sollen nur schwer nachzuweisen sein, so Dannon. Betroffene litten oft unter Schlafmangel und Angstzuständen, wenn das Internet nicht jederzeit zugänglich ist. Außerdem sei eine Isolation gegenüber Familienmitgliedern und Bekannten zu bemerken. Teilweise kommt es laut Dannon auch zu Problemen am Arbeitsplatz und Phasen schwerer Depressionen.

Als einzige effektive Methode zur Behandlung sieht der israelische Forscher die gleichen Mittel, mit denen auch andere schwere Suchtkrankheiten behandelt werden. Neben Gesprächstherapien empfiehlt er auch die Verwendung von Serotonin-Blockern. Nicht weniger wichtig sei, Psychologen in Schulen und Firmen über Internetsucht aufzuklären, so dass diese frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Laut Dannon lässt sich das Auftreten der Sucht nach dem Internet nicht verhindern. Es handele sich schlicht um eine Begleiterscheinung der Modernisierung auf der Welt. Internetabhängige seien "wie jeder andere, der von Kaffee, Sport oder der Benutzung von Mobiltelefonen abhängig ist." So wie sich die Zeiten ändern, ändern sich auch die Süchte, sagte er weiter.
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