Vista: DRM-Bremse für selbstgemachte HD-Inhalte?
Schon einige Monate vor der Markteinführung von Windows Vista machte der neuseeländische Computerspezialist Peter Gutmann auf sich aufmerksam, als er eine in dem neuen Betriebssystem integrierte Rechtemanagement-Technologie kritisierte, die verhindert, dass geschützte HD-Inhalte auf normalen Displays ohne spezielle Schnittstellen wiedergegeben werden können.
Auf der Sicherheitskonferenz USENIX hat Gutmann jetzt erneut nachgelegt. Er behauptet, dass Microsofts Rechtemanagementsystem auch die Wiedergabe von HD-Inhalten behindert, die der Anwender selbst erstellt hat. Microsoft hatte schon im letzten Jahr deutlich gemacht, dass die Einschränkungen nur dann umgesetzt werden, wenn der Rechteinhaber dies fordert.
Die Schutzmaßnahmen verhindern die Wiedergabe von HD-Inhalten, wenn der Nutzer nicht über Hardware verfügt, die mit dem von Intel entwickelten High-Bandwidth Digital Content Protection (HDCP) DRM-System ausgestattet ist. Sind Grafikkarte und Monitor nicht HDCP-fähig, werden die Inhalte in geringerer Qualität wiedergegeben.
Gutmann ließ nun verlauten, dass diese Beschränkungen auch für Audiodaten gilt. Er wirft Microsoft vor, den Schutz von Inhalten zur obersten Priorität bei der Entwicklung von Vista erkoren zu haben. Stattdessen hätten die Redmonder seiner Meinung nach lieber in Sicherheitsfunktionen investieren sollen.
Er ging sogar soweit, Vista als einen Faktor in Sachen Erderwärmung zu bezeichnen, da die Schutzfunktionen zusätzliche Leistungsreserven benötigen, was er jedoch auch selbst als etwas übertrieben betrachtet. Dennoch seien High-End-Grafikkarten durch die Maßnahmen zum Schutz von Inhalten unter Vista in ihrer Leistungsfähigkeit beschränkt.
Gutmann, der an der Universität im neuseeländischen Auckland tätig ist, zeigte sich verwundert darüber, dass nicht mehr gegen die DRM-Funktionen von Vista getan wird. Schließlich würden dadurch die Rechte der Bürger und Regierungen weltweit eingeschränkt, sagte er weiter.
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