 Seit Jahren versucht die Musikindustrie mit rechtlichen Mitteln gegen die Verbreitung ihrer Produkte über illegale Quellen im Internet vorzugehen. Unter anderem wurden bereits zehntausende US-Bürger verklagt, weil sie angeblich urheberrechtlich geschützte Werke illegal vertrieben haben sollen.
Ein Soldat der US-Armee, der vom US-Musikverband RIAA vor Gericht gezerrt wurde, dreht nun den Spieß um und hat selbst eine Klage gegen die Musikindustrie angestrengt. Er wirft der von Warner Music, EMI, Vivendi Universal und Sony BMG gegründeten RIAA vor, eine Privatsphäre verletzt zu haben.
Weiterhin soll der Musikverband das Urheberrecht missbraucht und versucht haben, US-Gerichte zu in die Irre zu führen. Der 33-Jährige wurde zusammen mit sechs anderen Personen im März von der RIAA verklagt, weil er das Filesharing-Programm KaZaA zur illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte genutzt haben soll.
Der Soldat bestreitet die Vorwürfe. Seine Anwälte argumentieren außerdem, dass die Musikfirmen, die zwar eigentlich Wettbewerber in der Musikindustrie sein sollten, sich wie ein Kartell verhalten und dabei gegen Wettbewerbsrecht und andere Gesetze verstoßen.
Angeblich wusste der Soldat nicht, dass KaZaA auf seinem PC installiert war. Einer seiner Kameraden soll die Software ohne sein Wissen eingespielt haben. Erst Monate später will er dann bemerkt haben, dass sich das Filesharing-Programm auf dem Rechner befand. In der Folge löschte er sowohl KaZaA, als auch "tausende von anderen Soldaten heruntergeladene Dateien".
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