Google soll illegales Hochladen von Videos fördern
Während einige BitTorrent-Tracker, MySpace und einige andere Anbieter von Video-Downloads oder -Portalen bereits Filtersysteme integriert haben, die den Upload urheberrechtlich geschützter Inhalte ohne die Zustimmung der Rechteinhaber verhindern sollen, scheint man bei Google "Piraterie" in Kauf zu nehmen.
Zu diesem Schluss kommt das amerikanische National Legal and Policy Center (NLPC), eine republikanische Lobbyorganisation, die es offenbar auch zu ihren Aufgabenbereichen zählt, gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet vorzugehen. Zuvor hatte man eine Liste von Kinofilmen erstellt, die derzeit bei Google Video angesehen werden können.
In einer Liste führt man nun 50 Filme auf, die bei Google Video und dem inzwischen ebenfalls zum Suchmaschinenbetreiber gehörenden Videoportal YouTube einsehbar sind. Angeblich können unter anderem Filme von Disney und Serien des US-Senders HBO in voller Länge gesehen werden. Selbst der neue Film des umstrittenen Regisseurs Michael Moore sei mittlerweile mehrfach hochgeladen worden.
Es sei zwar schwer festzustellen, ob die Uploads tatsächlich eine Urheberrechtsverletzung darstellen, doch es sei wahrscheinlich, dass in den meisten Fällen keine Genehmigung des Rechteinhabers erteilt worden ist, hieß es. Die Lobbyisten werfen Google nun einen zu sorglosen Umgang mit dem Urheberrecht vor, schließlich verfüge das Unternehmen über fortschrittliche Suchtechnologien.

Screenshots der NLPC sollen "Piraterie" belegen.
Deshalb sei die Argumentation, dass man kaum Maßnahmen gegen illegal Uploads ergreifen könne, nicht haltbar. Google widersprach dem und kündigte an, neue Werkzeuge für die Rechteinhaber bereit stellen zu wollen, mit denen diese unter Berufung auf den so genannten Digital Millenium Copyright Act (DMCA) die Löschung ihrer Inhalte forden können. Das NLPC hält den Umweg über DMCA-Unterlassungsaufforderungen jedoch für zu aufwendig.
Die Top-50-Liste der bei Google Video einsehbaren Filme ist auf der Website der Lobby-Gruppe verfügbar. Im Schnitt sollen die Filme schon 168 Tage online sein.
Weitere Informationen: NLPC.org
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