WinFuture.de Software-Test: Sandboxie 2.86

Software Willkommen zu einem weiteren Software-Test von WinFuture.de. An dieser Stelle präsentieren wir ein Programm, das etwas außergewöhnlich ist oder sich durch ein bestimmtes Element auszeichnet. In dieser Woche fiel unsere Wahl auf Sandboxie, das so manche Neuinstallation von Windows unnötig machen kann. Wer kennt das Problem heutzutage nicht mehr: Man findet im Internet ein vielversprechendes Programm, das man gerne auf dem eigenen Rechner testen möchte. Dennoch vertraut man der Anwendung nicht und will sich zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Änderungen sie am System vornimmt, ohne dabei die Systemsicherheit zu gefährden, da das Tool Spyware oder sonstige Schädlinge installieren könnte. Primär eignet sich dazu natürlich eine "Virtual Machine", doch wenn man regelmäßig neue Software ausprobiert, wird auch diese Lösung sehr schnell uninteressant und ressourcenlastig. Genau an dieser Stelle setzt Sandboxie an.

Sandboxie, zu Deutsch "Sandkasten", schaltet sich auf Wunsch zwischen ein bestimmtes Programm und das Betriebssystem, fängt Schreibzugriffe auf die Festplatten ab und speichert sämtliche Änderungen, die das Programm vornehmen will, in einer temporären "Sandbox", die mit einer isolierten Umgebung vergleichbar ist. Dabei wird der Applikation vorgegaukelt, dass der Zugriff auf die Festplatte, der etwa bei Änderung einer Datei oder eines Schlüssels in der Registrierungsdatenbank eintritt, erfolgreich gewesen sei.


Will die in einer Sandbox ausgeführte Anwendung, welche an den "#"-Zeichen in ihrem Fenstertitel erkennbar ist, Daten von der Festplatte lesen, reicht Sandboxie diese durch. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Funktionalität des Programms nicht beeinträchtigt wird und der Zugriff auf einen Datenträger nie direkt erfolgt.

Die Oberfläche von Sandboxie ist verständlich und übersichtlich aufgebaut. Der "Sandboxie Control" genannte Programmteil listet dabei die gerade in einer Sandbox befindlichen Prozesse auf und bietet wichtige Einstellungen. Über das Menü "Function" zum Beispiel kann ein neues Programm hinzugefügt werden. Klappt man es auf, erschließen sich gleichzeitig weitere Anwendungsgebiete von Sandboxie: Dort findet sich unter anderem ein vorgefertigter Eintrag für den Standard-Browser, denn gerade beim Surfen ist es oftmals sinnvoll, dem Prozess keinen unmittelbaren Schreibzugriff zu erlauben, um die gespeicherten Cookies oder den Cache automatisch löschen zu lassen oder sich vor Schädlingen zu schützen, die auf Grund einer unsicheren Konfiguration des Browsers auf den Computer gelangen könnten. Klickt man auf "Windows Installer Service", wird zudem die Installation eines Programms, die über den Windows Installer abgewickelt wird, simuliert und findet in Wirklichkeit nur in einer Sandbox statt. Weitere Applikationen, die man der geschützten Umgebung hinzufügen will, können entweder über einen Dateidialog gesucht oder direkt aus dem Startmenü gewählt werden.


Dass Sandboxie ordnungsgemäß funktioniert, lässt sich anhand eines einfachen Beispiels nachvollziehen. Starten Sie zum Beispiel Microsoft Word oder eine andere Textverarbeitung in einer Sandbox und speichern Sie dann ein Testdokument auf Ihrer Festplatte ab. Wenn Sie nun mit einem Dateimanager, wie etwa dem Windows Explorer, den Speicherort aufrufen, werden Sie feststellen, dass die Datei dort nicht aufgeführt ist. Wählen Sie den Pfad dagegen in Ihrer Textverarbeitung über Datei/Öffnen, erscheint das Dokument dort sehr wohl.

Sandboxie bietet die Möglichkeit, beliebig viele Sandboxes zu erstellen. So kann zum Beispiel ein und dasselbe Programm in verschiedenen Sandboxes gleichzeitig ausgeführt werden, wobei jederzeit gewährleistet wird, dass der Inhalt der ersten Box nie auf die zweite übergreifen kann. Um dennoch den Überblick zu behalten, kann der Anwender den Inhalt einer Sandbox mit nur wenigen Klicks löschen oder auf die Festplatte zurückspielen, wodurch die ursprünglich umgeleiteten Änderungen tatsächlich in Kraft treten.

Software-Test: Sandboxie 2.86Software-Test: Sandboxie 2.86Software-Test: Sandboxie 2.86Software-Test: Sandboxie 2.86

Einige, sehr nützliche Funktionen sind erst nach einer Registrierung nutzbar, die 25 US-Dollar kostet, laut Herstellerangaben aber auch für alle künftigen Versionen gültig ist. Ist man in Besitz eines solchen Lizenzschlüssels, kann man zum Beispiel eine Liste von Programmen definieren, die automatisch in einer Sandbox ausgeführt werden sollen, auch, wenn man sie durch Klick auf eine gewöhnliche Verknüpfung startet. Über eine weitere Einstellung, die ebenfalls nur den Nutzern der kostenpflichtigen Version zur Verfügung steht, lässt sich alternativ festlegen, bei welchen Programmen Sandboxie eine Warnung ausgeben soll, sollten sie nicht in der geschützten Umgebung ausgeführt werden. Doch auch die kostenlose Ausgabe hält hilfreiche Einstellungen bereit: Neben der Möglichkeit, den Inhalt einer Sandbox nach jeder Verwendung automatisch löschen zu lassen, erlaubt Sandboxie die Anpassung seines Kopierverhaltens. Auf Wunsch werden Dateien, die eine bestimmte Größe überschreiten, nicht in die Box kopiert, sodass sowohl der Lese-, als auch der Schreibzugriff nicht umgeleitet werden. Sinnvoll scheint auch das Freischalten der Browser-Favoriten und E-Mail-Daten zu sein, da neue Lesezeichen und vom Server abgeholte E-Mails meist dauerhaft gespeichert werden sollen.

Sandboxie ist ein leistungsfähiges Tool, das im Vergleich zu einer "Virtual Machine" zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Im laufenden Betrieb verbraucht es gerade einmal zwei Megabyte Arbeitsspeicher, wodurch es sich nicht nur zum gefahrenlosen Ausprobieren von Programmen eignet, auch die Ausführung des Browsers in einer Sandbox ist sinnvoll, da somit das Sicherheitsrisiko durch Schädlinge aus dem Internet erheblich minimiert werden kann.

Weitere Informationen zum Thema:

Homepage: www.sandboxie.com
Lizenztyp: Freeware/Kostenlos (optionale Registrierung für 25 US-Dollar)

Download:


Vielen Dank an Valentin Hauner für diesen Test!
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