WinHEC: Microsoft Windows Home Server im Detail

WinHEC Microsoft hat auf der Windows Hardware Engineering Conference 2007 in Los Angeles vor allem Wert darauf gelegt, von seinen Hardware-Partnern mehr Unterstützung für das neue Betriebssystem Windows Vista einzufordern. Auch Windows Home Server kam jedoch sehr viel Aufmerksamkeit zu. Das neue Betriebssystem für Heimnetzwerke soll vor allem Otto Normalanwender ansprechen, die bereits über eine Netzwerkinfrastruktur und einen breitbandigen Internetanschluss verfügen. Die Nutzung soll besonders einfach sein, so dass auch unerfahrene Nutzer - also die ganze Familie - damit umgehen können.


Der Redmonder Riese setzt bei der Markteinführung auf eine Reihe von namhaften Hardware-Partnern zu denen Hewlett-Packard, LaCie, Gateway und auch Medion gehören. AMD und Intel arbeiten bereits an speziellen Plattformen, die speziell für die Anforderungen eines Home Server zugeschnitten werden.

Zumindest bei Hewlett-Packard steht schon fest, dass es sich um ein System auf Basis von AMD-Prozessoren handeln wird. Bei Medion hat man sich noch nicht entschieden, wie die Hardware-Ausstattung des ersten Home Server Produkts aussehen wird. Zumindest die Gehäuse der Geräte sind jedoch bereits fertig und wurden den Vorgaben von Microsoft angepasst.

Diese sehen eine Reihe von Mindestanforderungen vor, die erfüllt werden müssen, aber recht niedrig sind. Unter anderem muss eine CPU mit mindestens 1,2 Gigahertz Taktfrequenz verbaut werden. 512 Megabyte Arbeitsspeicher und Gigabit-Ethernet sind ebenfalls Pflicht.


Da der Windows Home Server vor allem als Speicher für Multimediainhalte dienen soll, muss mindestens eine Festplatte mit einer Kapazität von 80 Gigabyte verbaut werden. Der Nutzer muss jedoch in der Lage sein, weitere Festplatten ohne Werkzeug hinzufügen zu können. Über mindestens vier USB-Ports müssen zudem externe Festplatten und andere Speichermedien anschließbar sein.

Diese Vorgaben fallen nicht allzu umfangreich aus, doch Microsoft schränkt die Ausstattung weiter ein, so dass zumindest die Hersteller von Fertigrechnern nicht mit Standard-Mainboards arbeiten können. Wer ein OEM-System für den Windows Home Server bauen will, muss auf WLAN-Unterstützung, Videoausgang, optisches Laufwerk, Parallelports und sogar die Anschlüsse für Maus und Keyboard verzichten.

Insgesamt schwebt Microsoft ein kompaktes, einfach aufgebautes System vor, für das nur geringe Kosten anfallen. Im Innern will man zwei bis vier Festplatten mit hoher Kapazität unterbringen, die ausreichend Platz für alle Multimediainhalte im "digitalen Zuhause" bieten.


Ursprünglich war übrigens auch WLAN-Support angedacht. Da die Home Server ohne einen Monitor auskommen sollen, wurde dieser Ansatz schnell wieder verworfen. Auch in Sachen Software für das neue Betriebssystem, bei dem es sich eigentlich um ein abgespecktes Windows Server 2003 handelt, hat Microsoft konkrete Vorstellungen.

Auf der WinHEC 2007 wurde ein Wettbewerb gestartet, dessen Ziel es sein soll, zahlreiche Erweiterungen für Windows Home Server zu entwickeln.

Diese so genannten Add-Ins können in die Oberfläche des Betriebssystems integriert werden, die normalerweise nur über ein Web-Interface zugänglich ist. Sie können jedoch auch als Service mitlaufen oder in Form einer Web-Applikation angeboten werden.


Um was für Erweiterungen es sich handeln soll, lässt Microsoft vollkommen offen. Unter anderem schlugen die Entwickler Zusatz-Software für die Verwaltung der gespeicherten Inhalte, Kommunikation, BackUp und auch Automatisierung vor. Auf diesem Weg soll der Windows Home Server auch zur Steuerung anderer Elektronikgeräte im Haushalt genutzt werden können.

Microsoft liefert keinerlei Sicherheits-Software mit, was sicherlich auf wettbewerbsrechtliche Bedenken zurückzuführen ist. Sicherheitsdienstleister wie F-Secure haben diese Lücke bereits für sich entdeckt und arbeiten nach eigenen Angaben schon an entsprechender Software.

Wie alle anderen Betriebssysteme von Microsoft soll auch der Home Server über Windows Update mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Da bei der Nutzung als Speicher für alle anfallenden Inhalte besonders darauf gesachtet werden muss, dass möglichst wenige Daten verloren gehen, hat man einige Vorkehrungen getroffen.


Jeder Kunde erhält eine Wiederherstellungs-DVD, mit der der Windows Home Server über das Netzwerk wieder fit gemacht werden kann, ohne einen Monitor anschließen zu müssen - was ja wie erwähnt auch nicht "erlaubt" ist. Damit dieser Ansatz funktionieren kann, müssen die Hersteller ein Flash-Speichermodul in ihren Geräten verbauen.

Dieses wird über USB eingebunden und enthält eine Wiederherstellungsumgebung. Die Kapazität muss mindestens 512 Megabyte betragen. Das Laufwerk wird jedoch nicht vom Betriebssystem angezeigt und dient ausschließlich zu Recovery-Zwecken. Neben einer WindowsPE sind auch Treiber darauf untergebracht.

Sollte einmal die Hauptfestplatte ausfallen, auf der Windows Home Server installiert ist, oder das Administrator-Passwort verloren gehen, so kann die Wiederherstellung über einen Schalter am Gehäuse des Home Server eingeleitet werden.


Nach einer erfolgreichen Neuinstallation des Betriebssystems werden alle auf den Daten-Festplatten abgelegten Informationen automatisch wieder eingepflegt. Die einzige Ausnahme bilden dabei die Benutzereinstellungen. Rechtevorgaben, Nutzernamen und Passwörter müssen neu vergeben werden.

Um im Falle eines Totalausfalls noch eine letzte Rettungsmöglichkeit zu haben, können die im Home Server verbauten Festplatten auch in "normalen" Rechnern untergebracht werden. In einem versteckten Ordner finden sich dann alle auf dem jeweiligen Laufwerk gespeicherten Informationen zum Abruf bereit. Sollte es im Betrieb zu einem Fehler kommen, werden alle angeschlossenen Systeme darüber informiert.

Insgesamt sind die Arbeiten an der ersten Ausgabe des Windows Home Server bereits fast abgeschlossen. Derzeit testen gut 60000 Freiwillige die aktuelle Vorabversion Beta 2. Nach Angaben der Entwickler soll es mindestens einen Release Candidate geben, der dann der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird.

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Zu konkreten Angaben zur Zeitplanung für die Markteinführung wollte man sich während der WinHEC 2007 nicht hinreissen lassen. Es hieß lediglich, dass man pünktlich zum Weihnachtsgeschäft für eine breite Angebotspalette sorgen will. Ein Hersteller ließ durchblicken, dass die Hardware-Partner bereits im August mit der fertigen Ausgabe des Windows Home Server rechnen.

Sicher ist, dass Microsoft den Windows Home Server in englischer, französischer, spanischer und auch deutscher Sprache anbieten wird. Die Geräte der Hardware-Partner sollen zu Preisen von rund 400 bis 500 Euro erhältlich sein. Da auch Händler Home Server bauen sollen, wird es auch eine System Builder Variante geben, die dann in Deutschland wie bei anderen Windows-Betriebssystemen auch einzeln vertrieben werden dürfte.

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