Vista: Kein Aero für ältere Intel Notebook-Grafikchips
Mit Windows Vista führt Microsoft nicht nur unter der Haube einige Neuerungen ein, sondern hat auch die Benutzeroberfläche überarbeitet. Steht eine ausreichend leistungsfähige Grafikkarte zur Verfügung, wird die Oberfläche nun auch mit Hilfe dieser Hardware dargestellt. Die landläufige Meinung ist, dass für die Nutzung der neuen Oberfläche "Aero" nur eine DirectX9-fähige Grafikkarte nötig ist.
Diese Annahme führt bei den Besitzern von Notebooks und anderen tragbaren Computern mit einem Intel 915 Chipsatz immer wieder zu Verwirrung, wenn sie nach der Installation von Windows Vista feststellen müssen, dass Aero mit ihrer eigentlich als DirectX9-fähig bekannten integrierten Intel GMA900 Grafiklösung nicht genutzt werden kann.
In viele Fällen schlägt diese Verwirrung auch in Frust um, der sich dann in zahlreichen Foren, darunter auch die von Microsoft und Intel, Luft machen muss. Bisher wurde von beiden Unternehmen nicht eindeutig kommentiert, warum es für den Intel 915 Chipsatz keinen für die Nutzung von Aero nötigen WDDM-Treiber gibt. Die Nutzung des Windows Display Driver Modells ist nämlich Voraussetzung für die Effekte der Aero-Oberfläche.
Intel versucht nun, die frustrierten Anwender darüber aufzuklären, warum Vistas Oberfläche auf ihren Geräten nur ohne die Aero-Effekte dargestellt wird. Natürlich handelt es sich um ein Treiberproblem, welches jedoch
Dieser Umstand soll daher rühren, dass die Entwicklung des Chipsatzes bereits lange vor der Verabschiedung der Spezifikationen für WDDM abgeschlossen war. Deshalb unterstützt das Produkt zwar bestimmte Funktionen von DirectX9 wie den Pixel Shader 2.0, ihm fehlt aber ein für die WDDM-Zerifitizierung durch Microsoft nötiges Hardware- Feature, heißt es.
Dabei handelt es sich um den sogenannten "Hardware Scheduler", so Intel. Da diese Funktion nicht vorhanden ist, erfüllt die integrierte Grafiklösung nicht die Spezifikationen für eine WDDM-Zertifizierung, weshalb man seitens Intel keinen entsprechenden Treiber anbieten könne, so die "definitive Antwort" auf all die Fragen enttäuschter Notebook-Besitzer.
Der "Hardware Scheduler" ist unter Windows Vista dafür zuständig, verschiedene Aufgaben der Grafikkarte zu verwalten und deren Bearbeitung zu steuern. Das Konzept virtualisiert praktisch den Zugriff auf den Grafikchip, so dass er von mehreren Anwendungen gleichzeitig als gemeinsame Ressource genutzt werden kann. Das ganze erinnert stark an aktuelle Virtualisierungstechniken bei CPUs.
Auf den Internetseiten von Intel lässt sich nachlesen, dass die Chipsätze von Intels 915-Familie lediglich das "XP Display Modell" unterstützen. Erst mit den jüngeren 945- und 965-Chipsätzen und deren integrierter Grafik lässt sich also Aero nutzen, da diese auch das Windows Display Driver Modell unterstützen und über einen Hardware Scheduler verfügen.
Einige Anwender berichten übrigens, dass Aero auf ihren 915-Geräten mit einem Treiber für 945-Chipsätze lauffähig sein soll.
Weitere Informationen: Intel Software Network Blogs
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