CeBIT: Knoppix-Erfinder im Gespräch mit WinFuture

CeBit Wie schon 2006 gibt es auch zur diesjährigen CeBIT wieder eine neue Version des Linux Live Systems Knoppix. Das auf Debian basierende Knoppix 5.2.0 hat als Schwerpunkt die Integration von Virtualisierungs-Software. Knoppix ist für Windows- Anwender vor allem für Datenrettung interessant. Wie wir bereits berichteten, ist erstmal mit Beryl auch ein 3D-Desktop integriert. Die DVD kann entweder am Stand des Heise Verlags (Halle 5, E38) oder am Stand der Fachhochschule Kaiserslautern (Halle 9, C39) kostenlos abgeholt werden und erscheint außerdem auf der Heft-DVD der c't 7/07, die ab dem 19.03. im Handel erhältlich ist.

Dipl.-Ing. Klaus Knopper ist persönlich auf der CeBIT vor Ort, um die neue Version seines Linux Live Systems zu präsentieren. WinFuture nahm die Gelegenheit wahr und sprach mit dem Macher von Knoppix.


Adriane und Klaus Knopper

Dipl.-Ing. Knopper zeigte voller Begeisterung das neu integrierte Beryl und hob hervor, das neben viel Spielerei auch sehr sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten vorhanden sind. Zum einen kann man sich mit einem Tastendruck eine Übersicht aller offenen Fenster zeigen lassen, die der Funktion "Exposé" von Mac OS X stark ähnelt. Zum anderen lassen sich mehrere virtuelle Desktops nutzen, die man auf einem Würfel anordnen kann, der sich frei drehen lässt, so dass eine intuitive Navigation über die verschiedenen Desktops hinweg möglich ist.

Knoppix 5.2.0Knoppix 5.2.0Knoppix 5.2.0Knoppix 5.2.0

Weiterhin lassen sich Fenster in ihrer Transparenz verändern, so dass man hinter das aktuelle Fenster schauen kann, ohne dieses zu verschieben oder zu schließen. Außerdem kann man Vollbildfenster am Rahmen "verbiegen", um so kurz hinter ein Fenster zu schauen. Lässt man die Maustaste los, so "schnippt" das Fenster in seine Ausgangsform zurück.

Sehr interessant ist auch die Integration von sechs Virtualisierungslösungen. Diese erfolgte auf Wunsch der c't Redaktion, die sich im neuen Heft mit Virtualisierung beschäftigt. Abgesehen von der bekannten Hardware-Emulation QEMU und der Paravirtualisierungslösung XEN ist mit der Software VirtualBox der InnoTek GmbH ein besonders interessantes Produkt integriert. VirtualBox wird seit dem 15.01.2007 mit eingeschränkter Funktionalität unter der GPL veröffentlicht und hat eine mit VMware vergleichbare grafische Oberfläche. VirtualBox wird seit 2004 im kommerziellen Umfeld eingesetzt.

Zusätzlich hat Dipl.-Ing. Klaus Knopper die Lösungen VServer und OpenVZ auf der DVD untergebracht. Als problematisch erwies sich die integration von OpenVZ, da die OpenVZ Kernel-Patches sehr viel am Linux Kernel verändern. Daher wird es OpenVZ auch nicht mehr in der Version 5.2.1 von Knoppix geben. VServer wird es wahrscheinlich auch nicht auf die nächste Knoppix-DVD schaffen, da es für den Endbenutzer ein eher uninteressantes Produkt ist und wie der Name schon sagt, sich auf die Virtualisierung von Linux-Servern spezialisiert hat.

Knoppix 5.2.0Knoppix 5.2.0Knoppix 5.2.0Knoppix 5.2.0

OpenVZ, Xen und VServer werden nicht automatisch geladen, sondern müssen ähnlich wie der 3D-Desktop Beryl über Bootoptionen aktiviert werden. VirtualBox, kvm und QEMU lassen sich sofort starten. Das Kernelmodul kqemu zur Beschleunigung der Hardware-Emulation von QEMU kann im laufenden Betrieb nachgeladen werden.

Welche der sechs Virtualisierungslösungen auf der nächsten zum Download erhältlichen Knoppix DVD 5.2.1 enthalten sein werden, steht noch nicht fest, sicher ist nur, dass qemu als gut funktionierende Open Source Lösung für Hardware-Emulation bleiben wird und dass OpenVZ aufgrund der komplizierten Integration nicht mehr vorhanden sein wird. Als Veröffentlichungstermin für Knoppix 5.2.1 nannte Dipl.-Ing. Knopper Anfang April diesen Jahres.

Im April dieses Jahres möchte Dipl.-Ing. Knopper ein weiteres Projekt mit dem Namen Adriane-Knoppix veröffentlichen. Dabei handelt es sich um eine weitere Linux Live CD, die allerdings als Ziel die vollständige und einfache Bedienbarkeit ohne Monitor durch Computeranfänger hat.

Bei der Entwicklung des Systems steht ihm seine Frau, Adriane Knopper, zur Seite, die selbst im Alter von 15 Jahren erblindete. Liebevoll benannte Dipl.-Ing. Knopper sein neues Projekt nach ihr.

Knopper hob die einfache Bedienbarkeit des Adriane Systems hervor, was durch eine sehr unkomplizierte Menüstruktur erreicht wird. Dadurch sind insbesondere Computeranfänger die Zielgruppe, auch wenn sie keine Sehbehinderung haben.

Zu diesem Zweck setzt Dipl.-Ing. Knopper komplett auf textbasierte Konsolenprogramme wie elinks und mutt und eine Sprachausgabe. Eine für Sehbehinderte übliche Braillezeile zur Textausgabe soll auch automatisch erkannt werden.

WinFuture bedankt sich für das freundliche Gespräch und wünscht weiterhin viel Erfolg mit Knoppix und Adriane-Knoppix.

Weitere Informationen: Knoppix | Adriane
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