Samsungs UMPC der 2. Generation - Erster Eindruck
Microsoft und Intel hatten die sogenannte Ultra Mobile PCs im
vergangenen Jahr anlässlich der CeBIT erstmals vorgestellt. Vom Publikum
wurde die erste Generation dieser äußerst kompakten PCs jedoch eher
zurückhaltend angenommen, was vor allem auf die kurze Akkulaufzeit und
die hohen Preis bei einer nicht sonderlich umfangreichen Ausstattung
zurückzuführen sein dürfte.
In diesem Jahr wagen die wenigen Hersteller, die bereits derartige Mobil-PCs in ihr Programm aufgenommen haben, den nächsten Schritt und präsentieren, die "2. Generation der UMPCs". Dabei nimmt Samsung erneut eine Führungsrolle ein und zeigt mit dem "Q1 Ultra" eine Weiterentwicklung des im vergangenen Jahr vorgestellten Q1.
Bei dem neuen Modell hat man erstmals darauf geachtet, dass die Hardware ausreichend leistungsfähig ist, um Windows Vista nutzen zu können. So nutzt man nun den Intel 945GMS Chipsatz mit integriertem GMA950-Grafikchip, der dafür sorgt, dass die neue Benutzeroberfläche von Windows Vista in vollem Umfang genutzt werden kann.

Weiterhin wird ein Gigabyte DDR2-Speicher verbaut und als CPU kommt eine Ultra-Low-Voltage-CPU von Intel zum Einsatz. In den Demo-Geräten steckt laut unserem Systemdiagnoseprogramm ein "Intel Pentium M" mit einem Front Side Bus von 667 MHz. Die CPU taktete in unserem Fall immer mit 800 MHz, was wahrscheinlich auf die noch fehlende SpeedStepping-Unterstützung von Vista zurückzuführen ist.
Bei der Festplatte handelte es sich um eine normale Notebook-HDD mit einer Speicherkapazität von 60 Gigabyte und 4200 Umdrehungen in der Minute. Hinzu kommen ein integriertes HSDPA-/WiBRO-Modem und natürlich WLAN und Bluetooth. Optional bietet Samsung zusätzlich einen Fingerabdruckleser und beidseitig angebrachte, integrierte Kameras.
Das 7-Zoll-Display arbeitet im Gegensatz zum letztjährigen Modell jetzt mit 1024x600 Pixeln, die für die Nutzung des installierten Windows Vista Home Premium gerade ausreichen. Anders als beim "alten" Q1 wird beim neuen Q1 Ultra außerdem ein Touchscreen-Display verbaut, das nicht nur mit Stylus oder Fingernagel bedient werden kann, sondern auch mit der Fingerspitze, wodurch die Nutzung wesentlich angenehmer von der Hand geht.
Die Auffälligste Neuerung gegenüber dem Q1 ist das beidseitig vom Display angebrachte Keyboard, welches etwas an die Nokia N-gage Handys erinnert, aber mit etwas Eingewöhung durchaus flott zum "Tippen" verwendet werden kann. Hinzu gesellt sich ein neuer "Bedienkreis", der eine Art Trackstick mit Funktionstasten spezielle Funktionen kombiniert. Auf der rechte Seite des Geräts befinden sich die dazugehörigen Maustasten.
Neu ist ebenfalls, das von vollwertigen Notebooks bereits bekannte "AV Now", mit dem Mediendateien abgespielt werden können, ohne dass der Computer selbst hochgefahren werden muss. Wie bisher ist für die Bildausgabe auch ein VGA-Ausgang vorhanden. Samsung will den Q1 Ultra auch als Navigationssystem und DVB-T-Empfänger nutzbar machen - mit Hilfe von Zusatzmodulen.

Offenbar will der koreanische Hersteller mit dem Q1 Ultra vor allem die Schwachstellen der ersten Generation der UMPCs ausmerzen und den Funktionumfang der Geräte stark erweitern. Viele Kunden wurden von der fehlenden Tastatur abgeschreckt und die OnScreen-Variante DialKeys bot keinen ausreichenden Ersatz, weshalb man sich für das neue Mini-Keyboard entschieden haben dürfte.
Bei der Nutzung mit Windows Vista macht der Q1 Ultra eine recht gute Figur, es mangelt aber offenbar immer noch an Leistung, zumindest bei den auf der CeBIT ausgestellten Demo-Geräten. So dauern einige einfache Aufgaben überraschend lange. Wer jedoch einen kompakten und besonders mobilen Begleiter sucht, könnte ihn mit dem knapp 700 Gramm leichten Samsung Q1 Ultra gefunden haben.
Samsung will das Gerät ab Mai in Deutschland auf den Markt bringen, zum Preis hieß es bisher nur, dass er ungefähr dem des älteren Q1 entsprechen wird - also rund 1200 Euro. Das größte Manko der UMPCs bleibt jedoch bestehen. Auch der neue Q1 Ultra läuft mit dem Standard-Akkus nur drei Stunden.
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