Zune: Microsoft wollte 2003 mit Apple kooperieren

Hardware Microsoft muss sich derzeit im US-Bundesstaat Iowa in einem Verfahren wegen Wettbewerbsverzerrung verantworten. Im Rahmen der Verhandlungen sind nun Dokumente eingereicht worden, die belegen, dass Microsoft bereits im Jahr 2003 über die Einführung eines würdigen Konkurrenzprodukts zu Apples iPod nachdachte. In Redmond war man offenbar bereits zu diesem Zeitpunkt höchst unzufrieden, was die Produkte der eigenen Hardware-Partner aus dem Bereich der Mp3- und Multimedia-Player angeht. Ende November 2003 berichtete Windows-Chef Jim Allchin einem Kollegen, dass seine Nutzungserfahrungen mit der Kombination aus einem Mp3-Player von Creative und Windows Media Player "sehr schrecklich" gewesen seien.

Apple sei einfach zu weit vorn, schrieb Allchin weiter. Die Frage sei nun, wie könne man die unabhängigen Hardware-Hersteller dazu bringen, ein Gerät zu entwickeln, das mit Apples iPod tatsächlich konkurrieren könne, hieß es außerdem. Microsoft arbeitete bereits seit 2000 mit anderen Unternehmen zusammen, um Mp3-Player zu entwickeln. Doch als Apple 2001 mit dem iPod an den Start ging, war das Gerät sofort ein Verkaufsschlager.

Um gegen Apples iPod zu bestehen entschloss sich Microsoft dann offenbar dazu, seinen Hardware-Partnern Anreize für die Entwicklung von würdigen Konkurrenten zu geben. Sowohl finanzielle, technische als auch Hilfe bei der Entwicklung war im Gespräch. Damals war man sich einig, dass Microsoft selbst in den Markt einsteigen müsse, wenn die Partner nicht bald Innovationen zeigen würden.

Bevor es jedoch soweit sein sollte, wollte Allchin alle Möglichkeiten ausgeschöpft wissen. Selbst eine Zusammenarbeit mit Apple war damals im Gespräch. Hintergrund dieser Überlegungen war offenbar die Sorge, dass der Windows Media Player an Attraktivität einbüßen könnte. Bis heute kann der iPod nur mit Hilfe der PlugIns von Drittanbietern mit dem Windows Media Player synchronisiert werden.

Im Juli letzten Jahres war es dann soweit, Microsoft kündigte mit Zune einen eigenen Multimedia-Player an, der gegen den iPod antreten sollte. Bis heute fristet das Gerät jedoch aufgrund diverser Schwächen noch ein Nischendasein. In den USA konnte Microsoft mit dem Zune jedoch bereits die Verkaufszahlen aller anderen Anbieter außer Apple übertreffen. Zune war im Dezember 2006 nach dem iPod der am zweithäufigsten verkaufte Multimedia-Player.
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