Sony BMG zahlt 1,5 Mio. Dollar nach Rootkit-Desaster

Im Laufe des Jahres 2006 sorgte der japanische Elektronikkonzern Sony mehrfach für Schlagzeilen. Unter anderem geriet das Unternehmen wegen fast 10 Millionen defekten Notebook-Akkus und ständigen Verschiebungen der Markteinführung seiner neuen Spielkonsole PlayStation 3 in die Medien. Doch die Plattenfirma Sony BMG war auch schon im letzten Jahr für Überraschungen gut. Auf zahlreichen CDs des Unternehmens wurden zwei verschiedene Kopierschutzssysteme entdeckt, die sich wie Rootkits auf dem Rechner des Käufers einnisteten, wenn die jeweilige CD mit Hilfe des eingebauten Laufwerks abgespielt werden sollte.

Gestern nun wurden zwei Klagen der US-Bundesstaaten Kalifornien und Texas beigelegt, nachdem sich Sony BMG zur Zahlung von 1,5 Millionen US-Dollar bereit erklärt hat. Ausserdem sollen zahlreiche CD-Käufer ihr Geld zurückerhalten, weil sie nichts von den versteckten Kopierschutzprogrammen wussten.

Die beiden Kopierschutzsysteme MediaMax und XCP installierten nicht nur ungefragt, sondern machten das Host-System auch durch die Öffnung von Sicherheitslücken anfällig für Attacken aus dem Internet. Inzwischen sind die betroffenen CDs aus dem Handel verschwunden.

Sony BMG erklärte sich bereit Schadenersatz zu zahlen. Käufer aus Kalifornien und Texas können nun bis zu Ansprüche in Höhe von bis zu 175 US-Dollar geltend machen und haben dafür 180 Tage Zeit. Die wichtigste Entscheidung dürfte jedoch sein, dass Sony nun keine CDs mit Kopierschutz mehr anbieten darf.
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