MySpace.com: Ex-Hacker überführt Sexualstraftäter

Internet & Webdienste Der ehemalige Hacker Kevin Poulsen, der inzwischen leitender Redakteur bei der Zeitschrift Wired ist, sorgte mit seinem aktuellen Artikel über das Community-Portal MySpace.com für Aufsehen, denn er konnte einen Sexualstraftäter überführen.

In diesem Artikel beschreibt er die Entwicklung eines Perl-Skripts, mit dessen Hilfe er die öffentliche Datenbank von Sexualstraftätern mit einem Drittel der Namen der MySpace-Mitglieder abgleichen konnte. Diese Datenbank umfasst rund 386.000 Einträge aus 46 US-Bundesstaaten. Der Vergleich förderte insgesamt 744 Namen von Sexualstraftätern zu Tage, von denen 497 wegen Kindesmissbrauchs oder anderer pädophiler Taten vorbestraft waren.

Bei einem Mann führte der Vergleich der Namen sogar zu einer Verhaftung, denn es wird davon ausgegangen, dass er seine nächste Tat über die Internetseite MySpace.com geplant hat. Das Perl-Skript, welches Poulsen dafür entwickelt hat, soll in den nächsten Wochen unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht werden. Laut den Betreibern von MySpace.com sind derartige Suchläufe allerdings technisch unmöglich.

Kevin Poulson begann sich im Alter von 13 Jahren mit Phreaking zu befassen, indem er Steuerungstöne für die Telefonzentrale in die Sprechmuschel pfiff und sich so Zugang zu Servicefunktionen der Zentrale verschaffte. Im Jahre 1993 erlangte er als Cracker bzw. Phreaker allgemeinen Bekanntheitsgrad, indem er in der Zeitspanne seit 1990 mit zwei Freunden in Los Angeles die Telefonanlagen von Radiostationen unter anderem mittels Social Engineering manipulierte. Bei Wettbewerben, bei dem der 102. Anrufer gewann, belegten sie die Telefonleitungen, zählten die eingehenden Anrufe und ließen sich schließlich als 102. Anrufer durchstellen. Auf diese Weise erbeuteten sie zwei Porsche, $20.000 und einige Reisen.
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@eseno: Also ein Abgleichscript zwischen zwei Datenbanken ist jetzt nicht gerade 7 Millionen USD wert... Eher die IDEE ist das Geld wert - siehe MySpace oder YouTubes (und da dann gleich das vielfache an Wert).
 
Coole Aktion, ich hoffe das noch mehr von diesen " Menschen " dingfest gemacht werden können und das auch andere Hacker Ihre Kenntnisse ab und an dafür einsetzen werden!
 
@Celine Dion: Das Krasse ist, der Sexualstraftäter hatte 93 "Freunde" bei MySpace und sich schon mit 6 Teenagern getroffen.
 
@TobWen : Leider muss man davon ausgehen das nie alle geschnappt werden solange solche Typen für eine Firma oder jemand anderes Profit bringen, es sind ja schliesslich User. Alles läuft darauf hinaus das niemand von solchen Firmen seinen Namen in ein " Schlechtes unprofitables " Licht rücken wird. Von Ethik keine Spur, aber so ein kleines Kind kann soetwas ja locker wegstecken, und der Täter kommt frei aufgrund einer " Schwierigen Kindheit " auf Bewährung wieder frei.


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