Vista: Microsoft hält Linux' XGL für wenig produktiv

Windows Vista Novell begann 2004 mit der Entwicklung einer Implementierung des X-Window-Systems, die über die Grafikschnittstelle OpenGL hardwarebeschleunigt arbeitet. X-Windows wird bei Linux-Betriebssystemen zur Darstellung einer grafischen Benutzeroberfläche genutzt. Inzwischen ist die Arbeit daran bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, so dass Testversionen einiger Linux-Varianten bereits mit XGL ausgeliefert werden. Mit XGL halten zusätzliche Effekte und Animationen auch auf dem Desktop des freien Betriebssystems Einzug.


Viele Nutzer von Linux-Systemen verweisen bei einem Blick auf die Effekte, welche im neuen Microsoft-Betriebssystem Windows Vista enthalten sind, gern auf XGL als Beispiel dafür, dass "ihr" System zu derartigen Animationen ebenfalls in der Lage sei und dies sogar besser beherrsche.

Als Exempel für die Fähigkeiten wird oft die verzerrte Darstellung der Programmfenster angeführt, wenn diese über die Oberfläche gezogen werden. Ähnliche Effekte finden sich auch in Windows Vista, allerdings hat man sich bei Microsoft in dieser Hinsicht im Vergleich stark zurück gehalten.

Nun haben die Entwickler der Oberfläche von Windows Vista in ihrem Weblog eine der häufigsten Fragen beantwortet: Wo bleiben die "flippigen" Fenster unter Windows Vista, wie man sie bereits im Jahr 2003 vorgeführt hatte? Ihnen zufolge ist auch Windows Vista zu derartigen Effekten in der Lage, da der sogenannte Desktop Windows Manager (DWM) sie darstellen kann.


Der DWM ist bei Windows Vista für die Darstellung der Oberflächeneffekte verantwortlich, die zum Beispiel dafür sorgen, dass Programmfenster beim Minimieren mit einer Rückwärtsbewegung verschwinden. Man hat sich nach eigenen Angaben aber entschieden, von einer stärkeren Animation der Fenster, zu der auch das verzerrte Darstellen bei Bewegung gehört, abzusehen, weil diese nicht der Produktivität zuträglich ist.

Den meisten Anwendern kommen derartige Effekte angeblich nicht entgegen. Stattdessen sorgen sie angeblich für eine verringerte Benutzbarkeit des Systems. Sie seien einer dieser Effekte, die zwar auf den ersten Blick schön anzuschauen sind, nach einiger Zeit vom Anwender aber abgeschaltet werden, weil sie langsam störend wirken.

Laut den Entwicklern wäre der Desktop Windows Manager von Windows Vista weiterhin fähig, solche Effekte darzustellen. Man habe ihn aber lieber für sinnvolle Anwendungen verwendet, welche die Benutzbarkeit des Betriebssystems verbessern. Als Beispiele werden die kleinen Fenster genannt, die den Inhalt eines Programmfensters anzeigen, wenn der Anwender mit der Maus über den entsprechenden Eintrag in der Task-Leiste fährt.

Auch die Echtzeitdarstellung der Programmfenster beim Umschalten über die Tastenkombination Alt+TAB und der Fensterwechsel mittels "Flip3D" zeigen laut Microsoft sinnvolle Anwendungen für die Fähigkeiten des DWM. Windows Vista sei nur der Anfang dessen, was man mit den Funktionen des Desktop Windows Manager anstellen kann.

Microsofts Möglichkeiten werden allerdings von den Anforderungen der Nutzer beschränkt. In Zukunft wird es angeblich zahlreiche Neuerungen auf diesem Sektor geben, aber derzeit müsse man aufgrund der Vielzahl der Nutzer sehr vorsichtig mit der Einführung von Neuerungen umgehen. Man könne nicht einfach eine Reihe "verrückter" Konzepte umsetzen, die keinen wirklichen Nutzen haben, hieß es weiter.

Die skeptische Haltung der Entwickler aus Redmond solle jedoch niemanden davon abhalten, selbst DWM-Effekte zu entwickeln - zum Beispiel eines AddOns in Form eines Power Toys. Dave Vronay, Verfasser des Blog-Eintrags, gibt an, dass er nach der Markteinführung von Windows Vista fest mit der Entwicklung zahlreicher DWM-Hacks rechne, die mit Sicherheit für teilweise seltsame Effekte sorgen werden.
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