Windows Media Player 11 für Win XP: Erster Eindruck

Windows Am 17. Mai plant Microsoft die Veröffentlichung einer öffentlich zugänglichen Version des Windows Media Player 11 für Windows XP. Bereits heute hatten wir die Möglichkeit, einen ersten Blick auf eine Build für Windows XP zu werfen. Ob es sich dabei um die Version handelt, die demnächst frei zugänglich sein wird, ist uns nicht bekannt. Die getestete Version trägt die Build-Nummer 11.0.5358.4826, wobei die dritte Zahlenkombination für die Vista-Version steht, aus dessen Entwicklung sie stammt. Die Installation erinnert sehr stark an die Routine der Vorgängerversion, jedoch brach der Vorgang am Ende mit einer Fehlermeldung ab - installiert war die Software trotzdem.


Ein WGA-Check wurde offensichtlich nicht durchgeführt, illegale Windows-Versionen werden angeblich aber trotzdem erkannt. Ob dies bis zur finalen Version noch überarbeitet wird, muss sich in den nächsten Tagen zeigen.

Die auffälligste Erneuerung ist natürlich die Programmoberfläche, die komplett überarbeitet wurde und sehr stark an Windows Vista erinnert. Aber auch unter der Haube hat sich einiges getan. Beispielsweise wurde der Support für portable MP3-Player stark erweitert und vor allem vereinfacht, so dass das Bespielen eines Musik-Sticks jetzt wesentlich einfacher ist. Für unseren Test verwendeten wir den Gmini XS 100 von Archos. In den alten Versionen gab es noch große Probleme beim Anlegen der Verzeichnisstruktur auf dem Player, was mit Version 11 deutlich besser funktioniert.

MP3s landen jetzt im Musik-Ordner und werden nicht mehr mit zahlreichen Unterordnern im Root-Verzeichnis abgelegt. Auch die Benutzeroberfläche beim Synchronisationsvorgang enthält mit der neuen Version Informationen, die auch wirklich relevant sind, beispielsweise der verbleibende Speicherplatz. Der Prozess an sich war schneller beendet als in vorherigen Versionen.


Die Medienbibliothek, eines der Kernfeatures des Players, wurde aufgeräumt und wirkt durch die Farbgebung deutlich übersichtlicher. Im oberen rechten Teil des Fenster wird ständig eine Such-Leiste dargestellt, die das Auffinden von Songs ermöglicht. Während der Eingabe werden bereits diverse Möglichkeiten vorgeschlagen, was das Suchen natürlich vereinfacht.

Weiterhin wird dem Anwender jetzt die Möglichkeit eingeräumt, die Qualität von DRM-geschützten Dateien zu verändern, um kleinere Dateien zu erstellen, die den Speicherplatz sowohl auf der Festplatte als auch auf dem mobilen MP3-Player schonen. Außerdem erhält der User jetzt Informationen darüber, was er mit einer geschützten Musikdatei alles anstellen darf. Beispielsweise musste man bisher ausprobieren, ob man das Recht hat, die Datei zu brennen oder sie auf einen MP3-Player zu überspielen.

Für Anwender aus den USA steht unter dem Menüpunkt Online Stores der heute gestartete Musik-Laden Urge zur Verfügung - ein Projekt aus der Zusammenarbeit mit dem Musiksender MTV. Wie beim Musikdienst Napster auch, kann man dort zum Pauschalpreis Musiktitel herunterladen. Weitere Informationen dazu findet man in unserer Meldung "Windows Media Player 11: Music-Store Urge gestartet". Für die User aus Deutschland steht derzeit noch kein Angebot zur Verfügung, wir gehen aber stark davon aus, dass Microsoft diesen Platz nicht ungenutzt lassen wird.

Bereits im Vorfeld war bekannt, dass die Variante für Windows XP einen geringeren Funktionsumfang haben wird, als die für Windows Vista. Unter XP fehlt beispielsweise die Funktion, Musikdateien von anderen Rechnern über ein Netzwerk zu streamen, selbst wenn die auf dem anderen Computer vorhandenen Titel mit einem DRM-Schutz versehen sind. Außerdem lässt sich die Medienbibliothek unter Windows XP nicht freigeben - unter Vista wird dies möglich sein, so dass man Freunde im eigenen Musikarchiv stöbern lassen kann.


Das Streamen von HD-Videos über das Netzwerk wird ebenfalls nicht möglich sein. Außerdem wird es für die Wiedergabe von DVDs im Vollbildmodus unter Vista diverse Zusatzfunktionen geben, welche die Wiedergabe verbessern sollen. Alles in allem handelt es sich dabei um Features, die erst durch die Erneuerungen in Vista möglich werden.

Ansonsten bleibt beim Windows Media Player 11 alles beim Alten. Audio-CDs lassen sich weiterhin in diverse Formate rippen - MP3-Dateien lassen sich als Audio-CD brennen. Der erste Eindruck der neuen Version war bei uns insgesamt gut. Auf die öffentliche Vorabversion darf man gespannt sein. Im Juni soll voraussichtlich die finale Version erscheinen.

Weitere Screenshots: Windows Media Player 11 für Windows XP
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