
Der angesehene amerikanische IT-Journalist Robert X. Cringely will die Gründe für Verspätung von Windows Vista erfahren haben. Vor einigen Wochen hatte Microsoft mitgeteilt, dass man die Einführung von Windows Vista für Privatkunden auf das Jahr 2007 verschieben muss.
Damals nannte man vor allem Qualitätsprobleme als Grund. Cringely geht in seiner
Kolumne davon aus, dass die fehlende Vorlaufzeit für die Hersteller von Marken-PCs wie Dell und Hewlett-Packard zu der Verschiebung der Markteinführung von Vista geführt hat.
Microsofts Geschäftsmodell basiere vor allem auf der Zusammenarbeit mit OEM-Hersteller, wie Dell und HP, schreibt er. Wenn die Redmonder nun also ein Datum für die Einführung eines Betriebssystem festlegen, müsse dies in Abstimmung mit den OEMs geschehen. Gerade da liegt laut Cringely das Problem.
Die Firmen haben nach seinen Angaben sehr strikte Testkriterien. So werden in vierteljährlichem Abstand neue Tests durchgeführt, wodurch zum Beispiel ein Produkt, dessen Markteinführung für Oktober angesetzt ist, bereits ab Juli getestet werden muss. Dies gelte jedoch nur für normale Programme, bei Betriebssystemen dürfte die Zeitspanne noch wesentlich länger sein.
Microsoft hatte zwar die Verschiebung der Markteinführung der Final-Ausgabe von Windows Vista bekannt gegeben, an den internen Daten für die RTM-Version (Release to Manufacturing), welche an die Hersteller ausgeliefert wird, um OEM-PCs damit auszustatten, hielt man jedoch fest. Dies lässt darauf schliessen, dass die OEM-Hersteller mehr Zeit für ausführliche Tests gefordert hatten.
Der Software-Gigant hätte sich nach Auffassung Cringelys problemlos an seine Planungen für eine Einführung von Vista im November 2006 halten können. Dies hätte jedoch dazu geführt, dass nur kleinere PC-Hersteller das neue Betriebssystem mit neuen Computern ausliefern würden, was mit Sicherheit nicht im Interesse der Redmonder liegen dürfte.
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