Haftstrafen wegen Preisabsprache bei DRAM-Speicher
Drei führende Mitarbeiter des südkoreanischen Elektronikriesen Samsung haben gegenüber dem US-Justizministerium eingestanden, an Preisabsprachen für DRAM-Module beteiligt gewesen zu sein. Ihnen drohen nun Haftstrafen zwischen sieben und acht Monaten Länge. Auch ein Mitarbeiter der deutschen Niederlassung hat sich schuldig erklärt.
Die Angeklagten stimmten weiterhin zu, eine Strafe in Höhe von jeweils 250000 US-Dollar zu zahlen und sich an den laufenden Ermittlungen der US-Strafverfolgungsbehörden zu beteiligen. Das US-Justizministerium erhofft sich von den Haftstrafen eine Signalwirkung gegenüber Firmen, die "amerikanischen Verbrauchern durch ihr illegales Vorgehen schaden".
In Kürze muss noch das Bezirksgericht von San Francisco den Vorgang absegnen. Bei DRAM (Dynamic Random Access Memory) handelt es sich um die am häufigsten verwendeten Speicherprodukte, die in PCs, Laptops, Druckern, Festplatten, Handys und zahlreichen anderen Elektronikprodukten zum Einsatz kommen. Allein im Jahr 2004 wurde in den USA DRAM-Speicher im Wert von 7,7 Milliarden US-Dollar verkauft.
Die Behörden warfen den Samsung-Mitarbeitern vor, zwischen April 1999 und Juni 2002 Preisabsprachen mit anderen Herstellern getroffen zu haben. Dadurch sei eine Reihe von amerikansichen PC-Herstellern gezwungen gewesen, ungerechtfertigt hohe Preise zu zahlen. Darunter waren Dell, Hewlett-Packard, IBM und Apple, so das Justizministerium.
Insgesamt stehen in den USA derzeit vier Firmen und zwölf Personen vor Gericht, denen insgesamt Strafen in Höhe einer Gesamtsumme von 731 Millionen US-Dollar droht - die zweithöchste Strafe, die jemals in einem solchen Fall verhängt wurde. Die ersten Anklagen hatte es bereits im Dezember 2003 gegeben. Anfang dieses Monats hatten vier ranghohe Mitarbeiter des Speicherherstellers Hynix ebenfalls schuldig plädiert.
Samsung wurde bereits im November 2005 zur Zahlung von 300 Millionen US-Dollar verurteilt, während Hynix zuvor bereits zugestimmt hatte, 185 Millionen Strafe zu zahlen. Auch der japanische Produzent Elpida und die deutsche Firma Infineon mussten bereits 84 respektive 160 Millionen US-Dollar zahlen.
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