Psiphon: Kanadische Software gegen Internet-Zensur

Internet & Webdienste An der Universität von Toronto arbeitet ein Team an der Entwicklung einer Software, mit der es möglich sein soll, trotz der Blockierung des direkten Zugriffs durch die Regierung eines Landes, an Informationen aus dem Internet zu gelangen. Dabei sollen keine Spuren auf dem Computer des Nutzers zurückbleiben. Das Programm mit dem Namen "Psiphon" soll auch für Menschen nutzbar sein, die nur wenig technikinteressiert sind und daher kaum Erfahrung im Umgang mit Computern haben. Simpel erklärt funktioniert das Ganze, indem der überwachte Benutzer über eine verschlüsselte Verbindung eine Anfrage sendet, die dann von einem auf dem Rechner einer Kontaktperson installierten Proxy empfangen und beantwortet wird.

Da die Software den Port 443 nutzt, können Filtersysteme umgangen werden, weil dieser normalerweise zur Abwicklung von Finanzvorgängen genutzt wird. Würde ein Land also den Port blockieren, wären auch keine verschlüsselten Übertragungen von Finanzdaten mehr möglich, so die Entwickler.

Weil ein Nutzer einen Nutzernamen und ein Passwort von dem Betreiber seines Proxies benötigt, kann Missbrauch auf einfache Weise verhindert werden und eine persönliche Beziehung zum Gegenüber ist Voraussetzung für den Betrieb, hiess es. Die Software soll im Mai auf einem Kongress einer Bürgerrechtsorganisation vorgestellt werden.
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