CES - Zusammenfassung der Rede von Bill Gates

CES Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor einigen Stunden anlässlich der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas eine Grundsatzrede gehalten. Darin ging er auf einige Neuerungen in Windows Vista und einige weitere Vorhaben seines Unternehmens ein. Ein Schwerpunkt seiner Rede waren die für Endkunden gedachten neuen Möglichkeiten von Windows Vista. Mit den bisher veröffentlichten Informationen sollten vor allem Firmenkunden vorab informiert werden, nun wendet man sich zunehmend auch den normalen Endverbrauchern als potenziellen Vista-Nutzern zu.

Gates zeigte neue Tools für das Editieren von Photos und eine überarbeitete Version des Windows Media Player, welche die Art und Weise, mit der Windows mit Mediendateien umgeht, neu gestalten soll. Er erläuterte auch auf die verbesserten Funktionen zur Kontrolle des Systems mit einer Fernbedienung.

Wie üblich gab er auch sein Verständnis einer "digitalen Zukunft" zum Besten. Anhand eines typischen Tages in der Zukunft beschrieb er den Umgang mit Technologie. So rief er zunächst einen On-Demand Video-Clip ab um dann mit Hilfe einer Karte festzustellen, wo sich die weiteren Familienmitglieder aufhalten. Daraufhin ging es ins Büro, in dem er über drei grosse Flachbildschirme eine Video-Konferenz vorführte. Zuletzt besuchte er nur mit seinem Handy bewaffnet einen Flughafen. Dort konnte er sein Telefon mit einem Bildschirm verbinden und verfügte sofort über einen kompletten Desktop auf dem er arbeitete. Auch eine in der Nähe befindliche Kamera konnte angesprochen werden.

Die Rede enthielt zahlreiche Verweise auf seinen Auftritt im letzten Jahr, in der die wachsende Bedeutung von digitalen Kleingeräten im alltäglichen Leben eine wichtige Rolle spielte. Im Folgenden wurden einige weitere Features von Windows Vista präsentiert, darunter auch die zwischenzeitlich verschwundene Sidebar.

Mit Microsofts Bildbearbeitungsprogramm Photo Gallery, das auch in Windows Vista integriert werden soll, kann der Anwender auch ohne das Öffnen des eigentlichen Programms simple Massnahmen, wie das Sortieren der Photos nach Datum, Schlüsselwort oder anderen Informationen, sowie einige grundlegende Bearbeitungsfunktionen durchführen. Ähnlich Apples iPhoto verwendet die Software für die Bearbeitung eine Kopie des Originalbildes, so dass dieses erhalten bleibt. Mit einer neuen Diashowfunktion können Bilder und Photos vermischt werden.

Um die grafischen und spielerischen Möglichkeiten von Windows Vista zu demonstrieren, wurde während der Keynote auch eine Vorabversion der kommenden Ausgabe des Microsoft Flight Simulator präsentiert. In der Demo waren realistische Details, wie Hubschrauber und Vögel zu sehen.

Auch in Sachen Xbox 360 gab es neues von Bill Gates zu hören. So gab er bekannt, dass es ein externes HD-DVD-Laufwerk für die kürzlich erschienene Spielkonsole geben wird. Durch den Verkauf als Zusatzgerät will man den Verbrauchern angeblich eine günstigere Option bieten, als den Kauf eines eigenständigen Produkts für die Wiedergabe von Blu-Ray- oder HD-DVD-Discs.

Weiterhin war zu hören, dass Microsoft bis Juni 2006 50 HD-taugliche Spiele für die Konsole auf dem Markt haben will. Bill Gates duellierte sich im weiteren Verlauf mit seinem Kollegen Steve Ballmer bei einer Demonstration des Spiels "Fight Night Round 3", das er in der Rolle des Muhammed Ali gegen den als Joe Frazier spielenden Ballmer gewann.

Danach wies Gates auf die Vorteile der HD-DVD hin, die vor allem darin bestünden, dass damit durch "sichere Kopien" auch eine Nutzung der DVD im Rest der digital ausgestatteten Behausung möglich sei. Bei der Konkurrenz von Blu-Ray weigerte man sich auf Druck der Filmindustrie bisher, eine derartige Funktion in den Standard zu integrieren.

Um die Nachfrage für die Xbox 360 zu erfüllen, hat Microsoft zudem einen weiteren Zulieferer mit der Herstellung des Geräts beauftragt. Das kanadische Unternehmen Celestica soll bei der Erfüllung des Ziels helfen, bis Ende Juni bis zu 5,5 Millionen Einheiten der Spielkonsole abzusetzen.

Während seiner Rede verkündete Gates dann eine Partnerschaft mit dem Satelliten-TV-Anbieter DirecTV, durch die dessen Kunden Sendungen von ihren Set-Top-Boxen auf Windows PCs, die Xbox 360 oder auch auf mit dem "Plays For Sure" Siegel zertifizierte tragbare Wiedergabegeräte laden können.

Der im September im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Palm angekündigte erste Palm-PDA mit einem Windows Mobile Betriebssystem wurde ebenfalls vorgeführt. Der "Treo 700w" soll zunächst über den US-Mobilfunkanbieter Verizon ab dieser Woche erhältlich sein.

Auch für den MSN respektive Windows Live Messenger gab es Neuigkeiten zu berichten. So wurden zwei schnurlose Telefone präsentiert, die Kontakte des Messengers übernehmen können, so dass man mit ihnen über die VoIP-Funktionen des Programms Gespräche führen kann. Die Produkte der Firmen Uniden und Philips können sowohl normale, als auch Internet-Telefonate führen, sollen aber erst im Frühling auf den Markt kommen.

Ein weiterer Teil der Keynote war die Vorstellung des in der letzten Woche angekündigten Musik-Download-Dienstes "URGE" des Musiksenders MTV, bei dem Microsoft die technische Grundlage stellt und auch sonst umfassend mit MTV zusammenarbeitet. Gates bekam auf der Bühne Unterstützung durch den Pop-Sänger Justin Timberlake und den Chef der MTV Music Group Van Toffler.

Sie führten die Eigenschaften von URGE vor und präsentierten eine Reihe von neuen tragbaren Wiedergabegeräten, die die Bezeichnung "Portable Media Center" tragen. Neben den Basis-Funktionen für die Wiedergabe von Filmen und Videos, können diese Produkte auch direkt als Video-, oder Audio-Datei aufzeichnen und Fotos ebenfalls direkt von einer Digitalkamera laden.

Nun ging man auf den Wunsch ein, die Wiedergabe am Desktop-PC angenehmer zu gestalten. Dazu wird der Windows Media Player 11 so entwickelt, dass man damit häufiger durchzuführende Aufgaben einfacher erledigen können soll. Durch die Organisation der Medien in so genannten "Stacks" (z.dt.: Stapeln) oder in Gruppen, die zum Beispiel nach der Musikrichtung eingeteilt werden, will man den Überblick verbessern. Diese Stapel bestehen aus Cover-Bildern der jeweiligen Musik-CDs.

Zuletzt bleibt zu erwähnen, dass das in Vista integrierte Media Center in Zukunft mit hochauflösendem Kabelfernsehen klarkommt. Die aktuelle Windows XP Media Center Edition kann bereits mit hochauflösenden Inhalten umgehen, allerdings nur wenn diese über Antenne empfangen werden. Im November hatte Microsoft einen Vertrag mit Kabelnetzbetreibern geschlossen, so dass kommende Media Center PCs auch ohne eine zusätzliche Set-Top-Box mit digitalen Kabelprogrammen umgehen können.

Video-Stream: Bill Gates Keynote auf der CES 2005
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