LFK Baden-Württemberg: Projekt für Handy-TV

Telefonie Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) will ein bundesweites Erprobungsprojekt für mobile Rundfunkdienste ("Handy-TV") im sogenannten DMB-Standard möglich machen. Wie der Präsident der LFK Thomas Langheinrich gestern in Stuttgart erklärte, hat die LFK jetzt einen Beschluss der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten umgesetzt, und eine Ausschreibung für die Vergabe von Übertragungskapazitäten gestartet.

"Wir haben als erste Anstalt einen konkreten Rahmen erarbeitet, der Investoren einen Weg bieten kann, Handy-TV in den Markt zu bringen. Wesentliches Ziel dieses Projekts sei es, Erkenntnisse über die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit von Fernsehen, Hörfunk und Mediendiensten über mobile Endgeräte zu erhalten. Wir sind gespannt, ob sich interessierte Unternehmen mit innovativen Konzepten in diesem Zukunftsfeld positionieren wollen", sagte Langheinrich.

Die LFK hat am Montag die Ausschreibung im Staatsanzeiger Baden-Württemberg und auf ihrer Homepage (www.lkf.de) bekannt gemacht. Über die terrestrischen digitalen Übertragungskapazitäten sollen mobile Rundfunkdienste im DMB-Standard erprobt werden. DMB steht für Digital Multimedia Broadcasting und ist ein international standardisiertes Übertragungsverfahren, welches Fernsehen, Hörfunk und Mediendienste auf mobilen Empfangsgeräten ermöglicht. Dabei wird in der Ausschreibung ein "Plattformbetreiber" gesucht, der ca. 3-4 Fernsehprogramme oder handyangepasste Fernsehformate zusammenstellt und zusammen mit Mobilfunkbetreibern in den Markt bringt. Voraussetzung dafür sind erhebliche Investitionen in ein bundesweit aufzubauendes Sendernetz. Die bis zum 30.12.2005 laufende Ausschreibung der LFK ist Bestandteil eines länderübergreifenden Erprobungsprojekts.

Langheinrich betonte, die in Korea bereits erprobte DMB-Technik sei eine von derzeit zwei in der Diskussion befindlichen Übertragungstechniken für mobile Rundfunkdienste. DMB habe den Vorteil, dass dafür ein Angebot im gegenwärtig nicht genutzten sogenannten L-Band gemacht werden könnte. Die Landesmedienanstalten wollen aber auch den Weg für eine andere technische Variante des mobilen Fernsehens mit der sogenannten DVB-H-Technik ermöglichen. Bei DVB-H können möglicherweise mehr als 20 verschiedene Fernsehprogramme oder sonstige ans Handy angepasste Formate übertragen werden. Allerdings ist hier die Frequenzsituation noch nicht so weit geklärt wie bei DMB. Die LFK hat auch für ein DVB-H-Projekt bereits konkrete Schritte in Baden-Württemberg eingeleitet, um einen Beitrag zu einem bundesweiten Frequenzangebot zu ermöglichen.

Die Vielfalt der technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen sowohl für DMB wie auch für DVB-H bereitet noch erhebliche Probleme. Es sei aber das erklärte Ziel der Landesanstalt für Kommunikation auf der Grundlage der im geltenden Recht vorgesehenen flexibleren Versuchs- und Erprobungsregelungen, einen Rahmen für innovative Projekte zu bieten.
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