EU plant erweiterte Verbindungsdatenspeicherung

Internet & Webdienste Der britische Innenminister Charles Clarke kündigte heute an, dass eines der Ziele der EU-Ratspräsidentschaft seines Landes sei, die Speicherung von Telekommunikationsdaten weiter auszubauen. Dazu sollen neue rechtliche Rahmenbedinungen geschaffen werden, die ein europaweit einheitliches Vorgehen möglich machen.

Er bemängelte, dass es zur Zeit in den einzelnen EU-Ländern grosse Unterschied im Umgang mit Telekommunikationsdaten gebe. In einigen Ländern werden die Daten automatisch aufgezeichnet, in anderen wiederum würden sie sofort gelöscht. Um gegen Terroristen vorgehen zu können, müssten die Behörden jedoch einen Überblick haben, wer die Terroristen seien, wo sie sich aufhalten und wie sie kommunizieren. Im Augenblick hängen Ermittlungserfolge noch stark davon ab, in welchem Land sich ein Verdächtiger befindet und welche Kommunikationswege er nutzt.

Der Justizkommissar der EU sagte, dass bei allen Planungen die Privatsphäre von unbeteiligten Bürgern gewährleistet werden soll. Man müsse dafür sorgen, dass nur die Daten von Terroristen und Verbrechern gespeichert würden, weshalb die Arbeit von einer unabhängigen Behörde überwacht werden soll.

Der Vorstoss der Briten stösst bereits auf Ablehnung. Abgeordnete verschiedenster Parteien sagten, dass die Bürgerrechte der EU-Einwohner nicht beschränkt werden dürften. Der Vorsitzende der Liberalen sagte, dass der Plan unangemessen und kurzsichtig sei, weil man aufgrund der Handlungen einiger Fanatiker die gesamte Bevölkerung überwachen wolle.
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"Man müsse dafür sorgen, dass nur die Daten von Terroristen und Verbrechern gespeichert würden..." Muss man jetzt beim Abschluss eines Vertrages angeben, ob man Terrorist oder Verbrecher ist :-) Ich frage mich, wie zwischen Terroristen und normalen Nutzern unterschieden werden soll.
 
Das ist ein großes Problem was auch ich sehe. Mittlerweile kann man das Gefühl haben, in einigen Dingen gleich als Straftäter gesehen zu werden. Aber nun gut richtig effektiv wehren kann man sich so wie so nicht. Meine Meinung.
 
@jevermann: Ich hätte gerne einmal die Terror&Verbrecher Flatrate :-D
 
Ich wette, Liechtensteiner, Russische, Weißrussische und Sealand Anbieter können dann demnächst aufgrund einer Gesetzes- und Regelungslücke in der EU Anschlüsse zu den Bedingungen ihres Heimatlandes anbieten. S. all*fmp3 *g* Versierte User dürften Tor sowie Freenet/Darknet kennen, daneben gnuPG/PGP oder Truecrypt. Eine 4096 Bit Verschlüsselung mit 50stelligem Zufallspasswort mit höheren ANSI-Zeichen zu knacken, das dauert Jahrmillionen. Und echte Kriminelle nutzen einfach eines der Abertausenden von offenen WLANs, per Richtantenne problemlos zu finden. Und selbst in angeblich gesicherte kommt man problemlos rein, wie ein Bekannter von mir es formuliert: Ich habe 2 Provider, Nachbar 1 und Nachbar 2. *g*
 
@spookypsi: das mit dem "selbst in angeblich gesicherte kommt man problemlos rein" würde ich so nicht unterschreiben, das kommt auf die art der sicherung an. wenn natürlich ein noob das ganze mit WEP64 "absichert", ok, aber WPA 2 wirds schon ein bisschen schwieriger, oder?!


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