WinFuture.de Software-Test: TC vs. FileCommander

Software Willkommen zum Software-Test von WinFuture. In dieser Woche lassen wir zwei Datei-Manager gegeneinander antreten - einmal ein kommerzielles Produkt, den Total Commander, und einmal ein kostenloses Programm, den FileCommander. Aber welches Produkt ist für wen besser, und welches rentiert sich für Einsteiger nicht? Total Commander - Beliebtheit unerreicht...

Wie wir alle wissen, ist Total Commander des Schweizers Christian Ghisler eine Software mit Klasse. Die unzähligen Möglichkeiten, die ungeheuere Sprachunterstützung und die Übersichtlichkeit innerhalb der Applikation gerechtfertigen den doch leider verhältnismäßig hohen Preis. Für wen und für welchen Einsatzbereich der Erwerb rentabel ist, erfahren Sie hier.


Nach einer problemlosen Installation des Tools, während der wir Sprache, Installationsverzeichnis und Ähnliches auswählen konnten, lizenzierten wir unsere Kopie, indem wir die nach Bezahlung per E-Mail erhaltene Datei wincmd.key in den Programmordner kopierten. Total Commander wirkt schon auf den ersten Blick sehr übersichtlich, durchschaubar und vor allem sofort und ohne weiteres Lernen von Fachbegriffen einsetzbar. Auf unverständliches Kauderwelsch aus der EDV wird hier getrost verzichtet, das ist zum Beispiel an der Bezeichnung eines Multi-Renamer-Werkzeuges zu erkennen, dieses heißt nämlich Mehrfach-Umbenenn-Tool.

Total Commander ist in zwei wesentliche Bereiche unterteilt. Stellen Sie sich es in etwa so vor, als würden sie zwei Instanzen des Windows Explorer nebeneinander anordnen und Dateien und Ordner per Drag&Drop in das Verzeichnis gegenüber kopieren. Genauso ist es hier auch, nur, dass oben Genanntes in einem Fenster integriert ist. Diverse Tastenkombinationen sollen zudem die Arbeit erleichtern. Wenn Sie beispielshalber auf der linken Seite Ihre Eigene Dateien und rechts ein anderes, willkürlich gewähltes Verzeichnis geöffnet haben, können Sie durch Drücken der F5-Taste ausgewählte Dateien zwischen den Fenster hin- und herschieben.


Andere Laufwerke wählt man aus, indem man auf einen Klick durch das Drop-down-Menü unter der Symbolleiste einen Buchstaben selektiert. Tipp: Wenn Ihnen dieser Weg aus welchen Gründen auch immer zu umständlich ist, können Sie sich auch besser erreichbare und einzelne Schaltflächen anzeigen lassen. Klicken Sie dazu auf Konfigurieren/Einstellungen... sowie im Register namens Layout auf Laufwerkbuttons. Es folgen Klicks auf Zwei Laufwerkbuttonbars und gegebenenfalls auf den Eintrag Flache Icons. Sind die Änderungen mit Anwenden/OK bestätigt, erscheinen oberhalb der Liste die Laufwerkbuttons, einschließlich einen für das lokale Netzwerk.


Im Übrigen gibt es, neben dem über die F5-Taste festgelegten Befehl zum Kopieren von Dateien, noch weitere Kommandos. Diese sind im unteren Bereich des Fensters waagrecht aufgelistet und können, falls Sie die Tastatur nicht verwenden wollen, auch per Mausklick ausgeführt werden. Sobald Sie mit dem Aufbau und den erst etwas gewöhnungsbedürftigen Umgang vertraut sind, ist ein Blick auf die weiteren Funktionen von Nutzen. Die im Alltag gebräuchlichsten Features befinden sich in der Symbolleiste, oder, wie sie Ghisler auch nennt, in der Buttonbar. Von dort aus kann die Quelle neu eingelesen, ein Verzeichnisbaum generiert und aufgerufen, die Darstellung der Ordner und Dateien geändert, die aktuelle Auswahl umgekehrt oder zwischen den jeweils zuvor und danach besuchten Pfaden gebrowst werden. Zu guter Letzt können Dateien ohne externen Packer zu ZIP-, TAR-, GZ- und TGZ-Archiven gepackt werden. RAR-, ARJ-, UC2-, LHA- und ACE-Formate benötigen separate Software, die des Urhebers.


Darüber hinaus fungiert Total Commander als FTP-Client. So kann ein neuer Server eingespeichert und eine Verbindung zu diesem aufgebaut werden. Wahlweise besteht auch die Möglichkeit, nach Eingabe der URL nur zu verbinden, sodass sich das Programm keine Daten merkt. Außerhalb der Symbolleiste, in den Menüs, kann der Nutzer alle restlichen Funktionen starten. Archive lassen sich logischerweise auch entpacken sowie testen, Dateien in einem Rutsch einheitlich umbenennen, Dateien ohne Indizierung suchen, System-Informationen anzeigen, Dateien- und Ordnerstrukturen vergleichen und Unterschiede ausgeben, die Miniaturansicht von Bildern einschalten, die Sortierung der Dateien ändern, weitere Befehle in die Symbolleiste aufnehmen und ein benutzerdefinierter Starter, der Links zu Anwendungen, Dateien oder Kommandos bereithält, konfigurieren.


Ein Pluspunkt von TC ist die enorme Erweiterbarkeit durch Plugins. Hierbei unterscheidet der Entwickler zwischen Packer-, Dateisystem-, Lister- und Inhalts-Plugins. Die Installation geht bedauerlicherweise nicht derart simpel wie bei Mozilla Firefox oder anderen Programm vonstatten, jedoch wurde die Einrichtung in Version 6.50 um einiges vereinfacht. Nachdem die Extensions heruntergeladen ist, kann sie optional mit einem Klick auf die Datei direkt oder durch eine Liste in den Einstellungen registriert und einsatzbereit gemacht werden. Nach einem Neustart von Total Commander stehen deren Funktionen dann zur Verfügung, in einigen Fällen im Bereich Netzwerk. Ein wichtiges, aber zugleich teueres Plugin ist wohlwahr CompleX, das den TC um die Möglichkeit, CDs und DVDs zu beschreiben, erweitert. Außerdem lässt sich TC design-technisch rundum anpassen.

Freie Literatur:
Benotung:
  • Bedienung/Übersichtlichkeit: 1,4
  • Funktionen/Möglichkeiten: 1,7
  • Zuverlässigkeit/Stabilität: 1,5


  • Abschließende Note: 1,53 = gut

Einschätzung des Redakteurs:
  • Für Profis

Ghislers Total Commander ist und bleibt einer der besten Datei-Manager - keine Frage. Die unendlichen, nützlichen Funktionen, die klugen Tastenkombinationen und die Zwei-Fenster-Ansicht erinnern stark an den damaligen Norton Commander und sprechen für sich. Obwohl sich einige Dienste bequem per Plugin nachrüsten lassen, wären trotz alledem ein integrierter Bildbetrachter sowie eine Brenn-Funktion für CDs und DVDs wünschenswert.

Homepage: www.ghisler.com

Lizenztyp: Shareware (28 Euro)
Download: tcmdr653.exe (1,64 MByte)



FileCommander - Gut und günstig!

FileCommander stellt einen ernstzunehmenden Konkurrenten dar. Obwohl die Software vereinzelt mit englischen und im Zusammenhang nur schwer verständlichen Ausdrücken oder unvollständigen Übersetzungen aufwartet, ist dessen Einsatz durchaus empfehlenswert. Der Aufbau orientiert sich stark an den von Total Commander, bietet aber bei genauerem Hinsehen Explorer-ähnliche Strukturen sowie Symbole und ist daher für absolute Einsteiger zu raten. FileCommander ist kostenlos erhältlich und setzt keine Registrierung und Installation im System voraus.


Trotz der starken Ähnlichkeiten zu Windows oder Internet Explorer bereitet FileCommander dem Nutzer doch eine gewisse Umstellung. Voreingestellte Tastenkombinationen existieren leider nicht, jedoch bietet er eine Funktion, die Total Commander fehlt: Zieht man eine Datei oder einen Ordner nicht in das gegenüberliegende Fenster, sondern im unteren Bereich auf das das Ausschneiden- oder das Kopieren-Symbol, können Sie einen über einen Dialog ein frei stehendes Zielverzeichnis wählen. Darüber hinaus steht ein Papierkorb-Icon zur Verfügung, welches darauf gezogene Daten in den Windows-eigenen Papierkorb verschiebt. Gut: Neben einer Drop-down-Liste zur Auswahl des Laufwerks wird ein umfassender Verlauf angelegt, welcher zuletzt aufgerufene Pfade speichert und durch einen Klick öffnet.


Im Datei-Menü wird Ihnen eine Art Ausführen-Konsole, bekannt aus dem Startmenü, bereitgestellt; auch Kommandos des Windows-Systemordners system32 werden berücksichtigt. Ferner kann Arbeitsspeicher freigegeben, Windows-Tools, wie beispielsweise die Defragmentierungs-Umgebung, die DirectX-Diagnose oder eigene Registrierungsdatenbankeditor, gestartet, diverse Eintrage aus dem Startmenü (Windows beenden und vieles mehr) und Module aus der Systemsteuerung aufgerufen sowie die Ordnerstruktur des linken beziehungsweise rechten Fensterbereichs gespeichert werden.


Während Edit nur herkömmliche, von Windows bekannte Datei-Operationen beinhaltet, ist das Aufklappmenü Ansicht umso interessanter: Nebst der üblichen Sortierungs- und Ansichten-Funktion, können hierüber die in FileCommander implementierte Bild-, Hex-, Text- sowie HTML-Vorschau und ein Audio-Player genutzt werden. Nicht zu vergessen ist das Logbuch, das schließlich am unteren Fensterrand eingeblendet wird. Das Nächste ist mit dem Starter-Menü des Total Commander zu vergleichen. Durch einen Klick auf die Schaltfläche Neu wird eine Eintragung angelegt, wozu zunächst die Programmdatei in einem Dialog herausgesucht, den Namen, eine kurze Beschreibung und, falls notwendig, ein Parameter bestimmt werden kann.


Das Menü Extras beherbergt wohl die meisten und üppigsten Funktionen. Angefangen von einem Taskmanager, der zur besseren Erkennung der Prozesse sogar die Symbole anzeigt, über eine so genannte Softwareliste, die installierte Programme anzeigt, eine Deinstallation oder im Falle einer problemreichen Entfernung nur eine Löschung des jeweiligen Eintrags anbietet, bis hin zum Ändern der Auflösung und Anpassen der Farbtiefe des Monitors. Weiter geht es mit einem komplexen Ordnervergleichswerkzeug, einem Screenshot-Tool, das den gesamten Bildschirminhalt oder das aktive Fenster abfotografiert und dazu zahlreiche Optionen bereithält, einem Traffic- und Connection-Monitor, einer erweiterten Suchfunktion und einem Pack-Programm, welches die Formate ZIP, CAB, ZOO, ARJ, ARC, RAR, TAR, ACE, LZH und den eigenen COMP-Dateitypen unterstützt.


Dessen ungeachtet gehört ein Datei-Splitter zum Funktionsumfang, der ausschließlich die Datei und die Größe und Anzahl der resultierenden Segmente abfragt und anschließend seine Arbeit erledigt. Das Beste aber, was FileCommander in einigen Punkten besonders auszeichnet, ist eine implementierte und kostenlos nutzbare Brenn-Funktion. Die zu brennenden Dateien beziehungsweise Ordner müssen lediglich per Drag&Drop in das Fenster gezogen und abschließend zwischen Laufwerk und Geschwindigkeit entschieden werden. Passend dazu lassen sich eine zahllose Einstellungen vornehmen, etwa, ob das Medium bootbar gemacht oder ob das Joliet File gebraucht werden soll oder nicht. Eine ausführliche Systemanalyse, ein Chat innerhalb des Netzwerks und ein Klient zum Verbinden zu beliebigen Servern (Internet Sharing) runden FileCommander ab.


Nennenswerte Dienste von FileCommander in Version 4.5.8.3683 sind des Weiteren ein Favoriten-Sammlung und eine analoge Uhr, die durch einen Maushover an der rechten Seite des Programmfensters zum Vorschein kommt. Unter der Uhranzeige werden Sie sogar über die aktuelle CPU- und RAM-Auslastung informiert. Haufenweise Konfigurationsmöglichkeiten zu Aussehen, Arbeitsweise und Sprache sowie eine eingehende Offline-Hilfe in englischer Sprache samt aktuellem Changelog bilden das Schlusslicht.

Freie Literatur:
Benotung:
  • Bedienung/Übersichtlichkeit: 2,4
  • Funktionen/Möglichkeiten: 1,0
  • Zuverlässigkeit/Stabilität: 2,1


  • Abschließende Note: 1,83 = gut

Einschätzung des Redakteurs:
  • Für Einsteiger und Fortgeschrittene

FileCommander verfügt im Großen und Ganzen über die gleichen Funktionen wie Total Commander. Bei diesem Programm ging der Programmierer aber mehr ins Detail und ergänzte so weitere Komponenten, die in Ghislers Produkt nur durch eine Erweiterung oder gar nicht ergänzt werden können. Die etwas ungenau gehandhabte und teils unvollständige Übersetzung ist verzeihlich, da das an sich gute Tool kostenlos ist und ohne Installation auskommt.

Homepage: www.godlikesoft.de.vu

Lizenztyp: Freeware/Kostenlos
Download: verzeichnis.zip (1,7 MByte)



Obwohl der kostenlose FileCommander einige Funktionen mehr bietet, gleichen sich unsere Testkandidaten in der Bewertung im Großen und Ganzen aus. Fakt ist, dass sich FileCommander stark an den Windows Explorer orientiert, an einigen Stellen noch etwas unausgereift wirkt und daher für den professionellen Einsatz nicht ganz das Wahre ist. Administratoren und erfahrene Anwender, die auch Geld investieren wollen, sollten Total Commander einsetzen.
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