Warner Music Group will "E-Label" ohne CDs starten

Internet & Webdienste Warner Music Group, eine der grössten Plattenfirmen weltweit, will mit einer neuen Art von Musiklabel jungen Musikern, sowie Bands die eine etwas speziellere Zielgruppe ansprechen, eine Basis bieten. Musiker, die bei dem so genannten "E-Label" unter Vertrag stehen, sollen ohne den normalerweise aus den Kosten für Aufnahmen, Herstellung und Vertrieb einer CD auskommen können. Nach Auffassung des Warner-Chefs Edgar Bronfman Jr. sollen die Künstler so mehr Zeit bekommen sich zu entwickeln und zu wachsen. Heutzutage bekämen Künstler deren erste Veröffentlichung nicht den Verkaufsansprüchen der Plattenfirmen entsprechen immer seltener eine zweite Chance.

Bei dem neuen Label sollen keine herkömmlichen Releases erscheinen, sondern die Musik soll allein über das Internet vertrieben werden. So bräuchten Künstler nicht immer genügend Material für vollständige CD, sondern könnten auch nur wenige ausgesuchte Songs veröffentlichen. Anstatt wie bisher alle paar Jahre ein komplettes Album zu veröffentlichen, will man im Abstand weniger Monate so genannte "Cluster" verkaufen, die aus drei oder mehr Liedern eines Musikers bestehen.

Das besondere an dem neuen Vertriebsmodell wird neben dem Wegfallen von CDs sein, dass die Künstler die Rechte an ihrer Musik und den Master-Aufnahmen behalten sollen, obwohl sie bei dem Label unter Vertrag sind.

Viele Plattenfirmen versuchen angesichts sinkender Verkaufszahlen neue Vertriebsformen zu erschliessen. Dabei setzt man bisher jedoch häufig auf traditionelle Methoden. So werden Stücke meist nur über das Internet zum Kauf angeboten, wenn sie bereits auch auf CD erschienen sind. Warner will nun neue Wege beschreiten indem man nicht länger versucht die Hörer davon abzuhalten an Musik zu gelangen, sondern sie ihnen auf neue Art und Weise schmackhaft macht.

Einer der Gründe für das Umdenken bei Warner dürfte im eigenen Hause liegen. Erst vor kurzem hatte man die Band Wilco rausgeworfen, weil sie eine zu geringe Anzahl Alben verkaufte, nachdem die Musik im Internet kostenlos angeboten wurde und immer beliebter wurde, nahm man die Band dann wieder unter Vertrag.

Auch die Band Linkin Park war eines der Problemkinder von Warner. Die Gruppe wollte sich von ihrem Label trennen, weil sie der Meinung war, dass Warner ihr nicht die benötigten Ressourcen bieten könne um "auf dem heutigen globalen Musikmarkt mitzuhalten". Offenbar will man der etwas seltsamen Einstellung der Band Rechnung tragen.
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