Ndiyo: Neuer Ansatz für Dritte-Welt-Computer
Eine Non-Profit-Organisation namens Ndiyo (Suaheli für "ja") hat einen Ultra-Thin-Client angekündigt, das es Ermöglichen Milliarden Menschen Zugang zu Computern zu geben. Das 12x8x2 Zentimeter grosse Gerät wurde Nivo (Network In, Video Out) getauft.
Das Gerät soll für weniger als 150 Euro zu haben sein und soll zusammen mit Anderen seiner Art mit einem zentralen PC oder Server verbunden sein. Ndiyo führt als Vorteil dieses Aufbaus die geringeren Kosten und die Umweltverträglichkeit eines solchen Systems an. Zusätzlich basiert das Ganze auf nicht-proprietären Standards und Open-Source Software.
Laut einem Sprecher der Organisation sind PCs für den Einsatz in der Dritten Welt einfach zu unflexbibel, leiden zu häufig unter Hardwaredefekten, brauchen alle drei Jahre einen Ersatz und sind grundsätzlich zu teuer.
Ndiyo setzt auf die Reduzierung auf das absolute Minimum, um eine ökonomische, administratorische und vor Allem ökologische Alternative bieten zu können. Anstatt nicht benötigte Teile aus einem PC zu entfernen, habe man mit dem Bildschirm angefangen und dann überlegt, welche Teile man noch benötigt.
So kam man zu dem Ergebnis, dass sämtliche komplexen Teile im Server untergebracht sind und ausser komprimierten Pixeln nichts durch das Netzwerkkabel übermittelt wird. Die Nivo Box besitzt Anschlüsse für Netzwerk, Strom, Keyboard, Maus und VGA. Zusätzlich ist sie mit 2 MB Video-RAM ausgestattet und enthält einen FPGA sowie einen Ethernet Controller.
Ein Netzwerk, bestehend aus einem Server und 20 Clients, das für alltägliche Büroarbeiten eingesetzt wird, soll bereits für um 1200 Euro realisierbar sein. Eine neue Version, die noch kleiner sein soll, wird mit Sound und USB-Ports ausgestattet sein. Der Traum der Ndiyo-Mitglieder ist es, aus ihrem Gerät einen Chip zu machen, der in einem Monitor verbaut ist und über eine drahtlose Verbindung mit dem Server kommuniziert.
Die Präsentation des Geräts fand ausgerechnet bei Microsoft Research statt. Ndiyo freute sich aber über die Möglichkeit das Projekt im Rahmen der "Less is More"-Konferenz vorstellen zu können. Man war von den Organisatoren eingeladen worden, weil die Entwicklung zum Thema der Zusammenkunft passte, obwohl sich die Ziele des Projekts im absoluten Gegensatz zu Microsofts Geschäftsgebahren befinden, teilte der Vorsitzende der Gruppe mit.
Weitere Informationen: Ndiyo Präsentation (PDF)
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