Netzwelten: Zensur und Gewalt in Videospielen

WinFuture Eingefleischten Gamern schon lange ein Dorn im Auge: Aus Angst vor Umsatzeinbrüchen in Deutschland vertreibt die Videospieleindustrie oftmals zensierte Versionen ihrer Produkte. Ebenso gehen leidenschaftliche Spieler des FPS-Segments nicht selten leer aus.

Die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland geben die Möglichkeit einer Altersfreigabe oder eines Verkaufsverbots (=Indizierung), welche zum Schutz besonders der jugendlichen potentiellen Käufer dienen sollen. Man mag darüber streiten, ob Gewalt, ständiges Töten von menschähnlichen Objekten oder das eklatante Spritzen von Blut zu Veränderungen oder Beeinflussungen der Psyche führen oder nicht.
Bevor ein Produkt auf den deutschen Markt kommt wird es mit einer Altersfreigabe versehen. Ist man unter dieser spezifischen Freigabe, sollte man nach Gesetz dieses Produkt nicht erwerben können. Reagierte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) bis 2002 nur auf äußere Begehren, können nun seit einigen Jahren Spiele selbstständig auch indiziert werden. Grundsätzlich also ein deutlicher Schritt dazu, geregelt zu verfahren und ein schnelles, einheitliches System zu schaffen. Es existieren die Einstufungen "ohne Alterbeschränkung", "ab 6", "ab 12", "ab 16" und "ab 18". Gerade die letzte Abstufung machte es in den letzten Jahren möglich, Spiele aus dem Actiongenre ohne Probleme in Deutschland zu veröffentlichen. Nur Extremfälle werden verboten, sprich indiziert. Indizieren bedeutet nicht, dass das Spiel für Erwachsene frei verfügbar ist, wie viele denken. Es ist ein generelles Marktverbot aus gegebenen Gründen.

Die Spieleindustrie lässt in Deutschland manchmal veränderte Versionen prüfen um eine bestimmte Stufe zu erreichen. WinFuture-Leser Steffen Luziger dazu: "Natürlich bin auch ich der Meinung, dass Kinder nur Spiele spielen sollten, die ihrem Alter entsprechend unbedenklich sind. Aber dafür sollte nicht der Spielspaß der Erwachsenen kaputt gemacht werden." Ob der Spielspaß durch fehlendes Blut wirklich weniger wird ist fraglich. Grundsätzlich ist es eine arbeitsintensive Veränderung, die Schüsse etwas realitätsfremder zu gestalten.

Dass Kinder beschützt werden sollten, befürworten die meisten Leser, die Feedback zum Thema gegeben haben: "Eine Altersfreigabe halte ich für sinnvoll, um Jugendliche vor Gewaltspielen zu bewahren.", meint Jürgen Eicks. "Die einfachste - und mit Sicherheit effektivste - Maßnahme zum Schutz von Jugendlichen vor altersungemäßem Inhalt wären strenge Gesetze und strenge Kontrollen.", sagt Alexander Hofbauer zum Thema.
Weitere Stimmen unterstreichen das richtige Vorgehen mit der Altersfreigabe, meist wird eine Zensur durch die Hersteller vor der Einstufung aber deutlich entgegen gesprochen, wie Heinz Gerzenhahn schreibt: "Eine korrekte Freigabe der Spiele muss direkt umgesetzt werden, Käufer sollten unter Alterskontrolle stehen. Auf der anderen Seite sollten die Hersteller aber auch ehrlich an die Sache rangehen, wenn das Spiel nur Erwachsene ist, dann sollte diese Firma dann nicht noch etwas raus schneiden um für die sechzehnjährigen erreichbar zu sein".
Die BpjM an sich zensiert die Spiele nicht, das tun allein die Spieleproduzenten um die Altersfreigabe zu beeinflussen oder gar erst eine Markteinführung zu ermöglichen. WinFuture-User Newlukai dazu: "Die letztendliche Zensur sollte bei den Bürgern, bzw. Konsumenten (so sieht man uns ja lieber), liegen."
Die Selbstkontrolle der Bürger kann jedoch nur funktionieren, wenn das System bekannter wird und folglich Spiele eines gewissen Typs nicht einfach von Oma und Opa gekauft und an den kleinen 14-Jährigen weiter gegeben werden.

Ein Thema, das viele berührt, aber uns letztlich zeigt, dass viel trotz guter Regelungen und Maßnahmen noch in unserer Hand liegt und liegen muss. Nur durch aktives Feedback innerhalb und außerhalb der Fangemeinde können Probleme erörtert und Verbesserungen gefunden werden. Wie die Altersfreigabe in Zukunft sein wird, hängt von der gesellschaftlichen Lage und Akzeptanz der Spiele ab. Was heute zu gewalttätig ist, kann in fünf Jahren schon Gang und Gäbe sein. Wie "Freenet-Old" bemerkt: "Zensur entwickelt sich und lebt, sie ist nicht konstant und schon gar nicht objektiv." Wichtig erscheint mir, den Schutz der Kinder und Jugendlichen altersgemäß zu gewährleisten und Spiele mit actionlastigem Inhalt eben nur Älteren zur Verfügung zu stellen.

Weitere Diskussionen sind in einem speziellen Bereich im WinFuture-Forum (Link) möglich. Die Comments bitte nur zur direkten Artikelkritik nutzen!

Bis zum nächsten Mal!
Ihr Simon Bauer

Link zum BpjM mit offiziellen Informationen zum Thema:
http://www.bundespruefstelle.de/


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