TVTool geht langsam in den Ruhestand

Software Voraussichtlich Anfang 2005 wird TVTool in den Ruhestand gehen. Bis dahin stehen noch 2 Dinge auf dem Programm: Der Support für GeForce-FX Karten mit ext. TV-Chip soll integriert werden und eventuelle Probleme, die mit Hyper-Threading auf Pentium IV CPUs auftreten kann, sollen noch gefixt werden. Warum einstellen?

Die Entscheidung, die Weiterentwicklung von TVTool demnächst einzustellen, fiel nicht leicht. Ende 1999 erschien die erste Version des Programms, seitdem wurde es allein von dieser Seite fast 1 Million mal heruntergeladen. Die Homepage verzeichnete mehr als 8 Millionen Besucher aus über 150 Ländern. Registrierte User finden sich in genau 107 Ländern der Welt! Der Arbeitsauwand war nicht gerade unerheblich, an manchen Tagen kamen mehr als 300 Emails (ohne Spam :-). Nicht alle konnten beantwortet werden, aber es dürften mehr als 20.000 Support-Emails rausgegangen sein.

Der Hauptgrund für die Einstellung des Tools liegt darin, dass nVidia Grafikkarten keine attraktive Platform mehr für TV-out Anwendungen darstellen. Lange Zeit wurden auf diesen Grafikkarten externe TV-Chips von Herstellern wie Conexant oder Chrontel eingesetzt. Bezeichnungen wie BT869, CH7003 oder SAA7108 sind vielen sicherlich ein Begriff geworden. Diese Chips erzielten teilweise eine exzellente Bildqualität, besonders der Conexant CX25871 ist dafür bekannt geworden. Und dadurch, dass die Hersteller entsprechende Dokumentationen zur Verfügung stellten, war es möglich, diese Chips mit TVTool auszureizen und einen (fast) optimalen TV-Support zu realisieren.

Seit Einführung der GeForce4-MX setzt nVidia allerdings einen eigenen, integrierten TV-Chip namens 'MV' ein. Dieser Chip, der vermutlich recht preisgünstig ist, kommt leider nicht an die Qualität eines CX25871 heran. Es gab zwar auch nach der GF4-MX noch einige Grafikkarten mit externem TV-Chip, aber diese sind praktisch vom Markt verschwunden. Auf der GeForce-6 dürften sie gar nicht mehr zu finden sein. Die beschränkte Bildqualität des MV-Chips ist aber nur ein Grund, es kommt noch etwas hinzu.

Wer diese Homepage öfter verfolgt hat, weiss es: nVidia rückt keinerlei Datenblätter oder sonstige Informationen zu ihren Chips heraus. Auch sonst jeglicher Kontakt wurde stets abgeblockt. Offensichtlich empfand man es als sehr peinlich, dass man selbst viele Jahre nicht in der Lage war, einen auch nur ansatzweise vernünftigen Support für den TV-Ausgang in den Treiber zu integrieren, wo ein kleines Tool entsprechende Funktionalität schon lange bot. Man muss sich vorstellen, dass der Treiber lange Zeit nur zwei Optionen kannte: TV-Ausgang ein oder aus. Und das teilweise sogar nur in NTSC, natürlich mit schwarzem Rand. Ohne entsprechende Datenblätter ist es aber technisch unmöglich, den Support für den MV-Chip in TVTool zu integrieren. So ist man auf den Treibersupport angewiesen. Dass nVidia bis heute kein "Feeling" für den TV-Ausgang hat, haben sie ausreichend bewiesen. Die aktuellen Treiber sind z.B. in derartig viele Untermenüs zerstückelt, dass selbst erfahrene User den Überblick verlieren.

Diese Entwicklung ist eigentlich sehr schade, denn es hätte die Chance bestanden, nVidia Grafikkarten als die ultimative Wahl für TV-out Anwendungen zu etablieren. Aufgrund der beschriebenen Probleme macht es aber leider keinen Sinn, TVTool auf dieser Hardware-Platform weiterzuentwickeln.

Ist etwas Neues zu erwarten?

Zunächst wird der Sconi, der USB Infrarot-Empfänger, demnächst um weitere Typen ergänzt. Vermutlich noch dieses Jahr kommt der Nachfolger, der u.a. die Möglichkeit bietet, den Rechner mit der Fernbedienung zu starten! Dieses Feature, welches bisher einzigartig ist, macht aus dem Media-PC erst ein richtiges Gerät der Unterhaltungselektronik! Er basiert auf neuster Hardware, bei der nichtmal mehr eine Treiberinstallation notwendig ist.

Darauf folgt der Wireless-Sconi. Dieser sendet die Signale vom Wohnzimmer per Funk zum PC und ist damit bestens geeignet, wenn der PC nicht im selben Raum steht. Die Reihe abschliessen wird schliesslich ein Power-Sconi, der zusätzlich in der Lage ist, handelsübliche Funksteckdosen und Funkschalter zu steuern. Damit kann z.B. das Licht beim Start der Filmwiedergabe gedimmt oder abgeschaltet werden. Drückt man auf Pause, geht das Licht wieder an. Dies ist aber nur ein Anwendungszweck. Natürlich ergeben sich auch Anwendungen unabhängig vom Media-PC. So kann der Rechner als komfortable Schaltuhr fungieren, man kann Geräte per Touchscreen oder sogar über´s Internet ein- und ausschalten. Und das alles ohne Verkabelung und zu sehr geringen Kosten.

Im Bereich TV-Ausgang wird sich eventuell auch etwas tun. Es gibt mittlerweile eine Reihe von VGA-Chips mit integriertem TV-Ausgang, die meist auf Mini- oder Micro-ATX Boards zu finden sind, so z.B. von Intel oder VIA. Diese Chips bieten zwar keine 3D-Power, könnten sich aber für Media-PCs gut eignen. Für den Fall, dass einer dieser Chips eine gute TV-out Qualität bietet und der Hersteller an einer gewissen Kooperation interessiert ist, ist auch ein neues TVTool nicht ausgeschlossen. Mal schaun...

Stay tuned! :-)

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