Netzwelten: WinFuture besucht den Bundeskanzler

WinFuture Ganz plötzlich und unverhofft kam im September ein Anruf aus Berlin. Die Sekretärin des Büros von Frau Dr. Elke Leonhard, der SPD-Bundestagsabgeordneten der Region, eröffnete mir die Möglichkeit am diesjährigen Jugendpressetag teilzunehmen.
Als ich nach zwei Wochen das Programm der zwei Tage in Berlin in den Händen hielt, staunte ich nicht schlecht. Unter anderem war eine Pressekonferenz mit dem Bundeskanzler geplant. Was für erfolgreiche Redakteure und Korrespondenten in Berlin zum Alltagsgeschäft gehört, lässt jedes junges Journalistenherz höher schlagen.

Mit der Bahn nach Berlin

Für viele der 90 Teilnehmer ging es früh los am ersten Tag der Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion, schließlich reisten die Teilnehmer aus ganz Deutschland an.
Zu Beginn traf man sich zum Mittagessen in einem Restaurant des Jakob-Kaiser-Hauses. Dort begrüßte der Bundesvorsitzende der SPD, Franz Müntefering, die 15-20-Jährigen. In einem Rundumschlag durch die aktuelle politische Lage in Deutschland stellte er die wichtige Bedeutung einer engagierten politischen Arbeit dar. Die jungen Teilnehmer hatten die Gelegenheit, dem Westfalen Fragen verschiedenster Natur zu stellen.
Auf meine Frage, ob Medien heutzutage immer mehr negativ berichten und dadurch die Stimmung in Deutschland verschlechtern, antwortete Franz Müntefering: "Manchmal sind bestimmte Medien zu schwammig, die Informationen verschwimmen mit Kommentaren, aber eine große Angst diesbezüglich habe ich nicht".
Ein Spaziergang zum Kanzleramt führte durch die nicht öffentlichen Gebäude des Bundestages und das Regierungsviertel. Im Foyer des Arbeitsplatzes von Gerhard Schröder warteten Vertreter aller Fernsehstationen auf einen Fototermin der Gruppe mit dem Bundeskanzler.
Darauf folgte der Höhepunkt der Veranstaltung: Eine Pressekonferenz mit Gerhard Schröder. Die meisten Teilnehmer hatten Fragen vorbereitet, neben vielen Themen aus Innen- und Außenpolitik wurde der Kanzler auch zu seiner persönlichen Motivation befragt, Politiker zu sein. Außer, dass Gerhard Schröder den Wissensdurst der Jugendlichen stillen wollte, gab er ihnen noch einen besonderen Tipp: "Am weitesten kommt man, wenn man versucht, sich alles selbst zu erarbeiten und sich zu qualifizieren. Man darf nicht von anderen zu viel erwarten, jeder muss für seinen Erfolg letztlich selbst verantwortlich sein!".
Schröder reagierte ernsthaft auf die Fragen der Jugendlichen, manchmal konnte er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn eine Frage länger als zwei Minuten gestellt wurde.
Diesmal in einer passiven Rolle: Die Fernsehsender und nationalen Zeitungen -  sie durften nur zuschauen. Trotzdem versuchten sie den Jugendlichen die ein oder andere Frage vorzuschlagen.
Nach einer ganzen Stunde musste der Kanzler weiter zum nächsten Termin. Die Jugendlichen waren vollends zufrieden: "Ich fand es eine interessante Erfahrung, den Kanzler mal live und aus nächster Nähe zu erleben, das ist schon etwas einmaliges", meint Andrea Jünger aus Nordrhein-Westfalen.

Workshops luden zu Diskussionen ein

Anschließend verteilte sich die Gruppe auf vier verschiedene Workshops. Zu den Themen "Rechtsextremismus", "Neue Medien", "Generationenkonflikt", und "Ganztagsbetreuung" konnten die Jungredakteure mit Bundestagsabgeordneten diskutieren.
Der zweite Tag bot den Teilnehmern eine kurze Tour durch den Reichstag, gefolgt von einer Debatte mit Journalisten des ZDF und dem Tagesspiegel.
Der Blick in die Bundespolitik war für die Jungjournalisten etwas Besonderes. Was im Fernsehen oft auf wenige Sekunden zusammengekürzt wird, erlebt man hier real und in voller Länge. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Politiker live eine andere Ausstrahlung haben, wie in den Medien! Die Veranstaltung war eine interessante, einmalige Erfahrung.

Bis zum nächsten Mal in Netzwelten,
Ihr Simon Bauer


Bildimpressionen vom Jugendpressetag 2004

  
   
 
(Fotos: Simon Bauer)

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