WinFuture Interview mit Walter Oney (MS Press)

WinFuture Vom 11. bis 15. Oktober war Walter Oney (Microsoft Press USA Autor) zu Besuch in Deutschland und hielt ein einziges Seminar. Neben Deutschland sind nur noch 2 weitere EU-Länder in seiner Tour über WDM Driver Programming (das Schreiben von WDM Treibern) eingeplant.

Während seines einzigen Aufenthalts in Deutschland hatte unser Redakteur Olcay Buyan die Möglichkeit, ein kurzes Interview mit ihm zu führen. Neben der Treiber-Programmierung wird auch das Thema Windows Longhorn angeschnitten. Wir sind stolz, die Gelegenheit gehabt zu haben.

Viel Spaß beim Lesen. :-)

olcay & walter oneyolcay & walter oney

Olcay Buyan: Wie wurden Sie Microsoft Press Autor?

Walter Oney: Microsoft bot damals Bücher über die Windows- und DOS-Programmierung an und plante eine überarbeitete Version eines Buchs namens "Inside Windows" oder "Windows Undokumentiert" zu veröffentlichen. Und der Zuständige für diese überarbeitete Version wollte, dass ich ihm mit dem Buch helfe. So bekam ich einen Anruf meiner Agentin und Sie fragte mich, ob ich dazu Lust habe. Ich sagte nein, nicht wirklich, aber ich hätte Lust ein Buch über VxD-Programmierung zu schreiben.

Damals dachte, dass ich sehr viel über VxD-Programmierung weiß. Wie auch immer, es stellte sich heraus, dass meine Agentin mal für Microsoft Press gearbeitet hatte, aber nun selbstständig ist. Sie hatte noch guten Kontakt zu Microsoft Press und wir begannen zu diskutieren. Microsoft wollte kein Buch über VxD-Programmierung, also änderten wir den Titel so, dass es nicht mehr nach VxD-Programmierung klang und man akzeptierte es mit dem neuen Titel.

Olcay Buyan: Sie schreiben nicht nur Bücher, sondern halten noch Seminare. Was können die Leute von Ihren Seminaren erwarten?

Walter Oney: Die Seminare sind ausgelegt für erfahrende C-Programmierer, die schon mindestens 5 Jahre programmieren aber noch nie was mit Treiber-Programmierung zu tun hatten. So unterrichte ich als erstes die Grundlage des Treiber-Modells und anschließend werden praktischen Übungen durchgeführt. Mit den Beispielen und Übungen will ich zeigen, dass man am besten mit Learning-by-Doing lernen kann.

Jeden Tag werden eine Menge Übungen gemacht. Wir beginnen mit I/O-Device-Programmierung (eines der simpelsten Sachen) und gehen dann immer weiter ins Detail. Auch Probleme, denen sie später ausgesetzt sein werden, besprechen wir und lösen diese gemeinsam. Am Ende des Seminars haben die Teilnehmer so viel gelernt, wie sie normalerweise in 6 Monaten lernen würden.

Olcay Buyan: Microsoft arbeitet an der nächsten Generation von Windows. Es handelt sich dabei um Codename Longhorn. Was erwarten Sie im Zusammenhang mit dem Programmieren von Treibern?

Walter Oney: Mehr Sicherheit und das das DDK (Driver Development Kit) mehr Möglichkeiten bietet, um eigene Treiber zu testen und zu installieren. Ich weiß aber nicht, was der Endbenutzer von Longhorn erwarten kann. Die wahrscheinlich größte Entwicklung wird am WDF (Windows Driver Framework) stattfinden. Die Weiterentwicklung am WDF ist nicht unbedingt ein Teil des Longhorn-Projekts, jedoch findet diese im gleichen Zeitraum statt.

Olcay Buyan: Wenn Sie Änderung an dem WDM (Windows Driver Modell) machen könnten, was würden Sie ändern?

Walter Oney: Als erste würde ich das Modell für das Power-Management und Plug&Play vereinfachen. Weil ich einfach denke, dass es für normale Leute noch zu kompliziert ist. Sogar der einfachste Treiber mit Power-Management oder Plug&Play erstreckt sich über etwa 2000 Zeilen C-Code. Ich glaube, dass Longhorns WDF (Windows Driver Framework) genau diesen Teil der Programmierung vereinfachen wird. Denn wenn man bedenkt, was Microsoft öffentlich angekündigt hat, wird dies auch geschehen und wir werden nicht mehr darauf angewiesen sein, so viel zu schreiben.

Olcay Buyan: Vielleicht noch eine letzte Frage. Wie wurden Sie solch ein Experte?

Walter Oney: Ich studierte und zu der Zeit, als ich mein erstes Buch zur VxD-Programmierung schrieb, war ich der Meinung, sehr viel darüber zu wissen. Es stellte sich jedoch heraus, dass ich doch nicht so viel wusste.

Also musste ich sehr viel lernen, tief ins Detail gehen und teils Reverse-Engineering betreiben, um alles genau zu verstehen und um das Buch schreiben zu können. Und genau dasselbe passierte mir mit den WDM (Windows Driver Modell) Büchern. Anfangs dachte ich, "Junge ich hab's drauf!". Dann bemerkte ich jedoch, wie dumm ich war. Also musste ich wieder einiges lernen, um die Erwartungen der Leute, die mein Buch kaufen werden, zu erfüllen.

Olcay Buyan: Vielen Dank für das Interview.

Walter Oney: Ok, kein Problem


Walter Oney hat mehr als 35 Jahre Erfahrung in systemnaher Programmierung und unterrichtet seit mehr als 10 Jahren andere Programmierer auf der ganzen Welt. Er ist Microsoft MVP und war früher für Microsofts Systems Journal tätig. Seine Bücher gelten an diversen Universitäten als Standard wenn es um das Programmieren von Treibern geht.

Links:
  • Walter Oneys Info Seite bei Microsoft
  • Walter Oney Software
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