MS stellt Studie zur Digitalen Mentalität vor

Microsoft

Bei PC-Nutzern ist das Rechtsempfinden in Bezug auf Raubkopieren stark ausgeprägt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Digitalen Mentalität der Universität Witten/Herdecke. Danach besteht jedoch zwischen vorhandenem Rechtsbewusstsein und dem individuellen Raubkopierverhalten eine große Diskrepanz. Denn während 98 Prozent der Befragten der Ansicht widersprachen, Software sei ein freies Gut, gaben knapp zwei Drittel zu, selbst Raubkopien privat zu nutzen. Eine weit überwiegende Mehrheit spricht sich hingegen dafür aus, die kommerzielle Nutzung von Raubkopien als Straftat zu verfolgen.

Die im Auftrag der Microsoft Deutschland GmbH erstellte Studie, die heute in Berlin vorgestellt wurde, sucht nach Erklärungen für diese Diskrepanz und entwickelt Lösungsansätze im Umgang mit Raubkopierern. Gegenstand der Untersuchung sind PC-Nutzer, die im privaten Umfeld oder in Unternehmen unrechtmäßige Kopien von Software herstellen und benutzen. Dabei richtet sich der Blick in erster Linie auf die vorherrschende Mentalität im Umgang mit digital vorliegendem Geistigem Eigentum. Prof. Dr. Dirk Baecker, Lehrstuhl für Soziologie Universität Witten/Herdecke, erläuterte: "Das Problem Raubkopieren wurde bislang vor allem aus ökonomischer und juristischer Perspektive beschrieben. In der vorliegenden Untersuchung geht es erstmals darum, die Denkmuster hinter dem Problem zu beleuchten." Dr. Thomas Urek, Urheberrechtsexperte der Microsoft Deutschland GmbH, sagte: "Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für das Problem Raukopieren zu schärfen und eine konstruktive Debatte darüber anzustoßen. Diese Studie haben wir vor allem darum in Auftrag gegeben, um neue Erkenntnisse für einen differenzierten Umgang mit Raubkopierern zu erhalten." Microsoft verfolge im Hinblick auf Softwarepiraterie schon seit Jahren eine konsequente Strategie, die sich nicht nur gegen die Herstellung oder den Vertrieb von Fälschungen oder andere Formen von Urheberrechtsverletzungen wende, sondern auch den Schutz von Kunden und Partnern im Auge habe, so Urek weiter. Die Studie liefere nun neue Impulse für weitere effektive Maßnahmen vor allem im privaten Bereich.

Im Rahmen von Online-Umfragen und Experteninterviews untersuchten die Wissenschaftler zunächst die Motive von Raubkopierern. Im Vordergrund stand dabei die Frage, ob sich bereits eine "Digitale Mentalität" entwickelt hat, die zu einem weniger ausgeprägten Unrechtsempfinden im Umgang mit Geistigem Eigentum führt. Zudem wurde untersucht, in welche soziologischen Kategorien sich PC-Nutzer einordnen lassen.

Laut Studie lassen sich im Hinblick auf Raubkopier-Intensität und -Motivation vier Gruppen unterscheiden:
- die so genannten "PC-Freaks" (10%, durchschnittlich 25 Jahre), die eine ausgeprägte PC-Expertise haben und sehr viele  Raubkopien anfertigen;
- die "Hobby-User" (33%, durchschnittlich 29 Jahre) mit deutlich geringeren PC-Kenntnissen, aber hoher Raubkopier-Intensität;
- die Pragmatiker (50%, durchschnittlich 34 Jahre), die den PC vorwiegend zu Arbeitszwecken einsetzen und wenig Raubkopien einsetzen;
- und die PC-Profis (7%, durchschnittlich 38 Jahre), die ihren Rechner bestens beherrschen, aber im Unterschied zu PC-Freaks kaum auf Raubkopien zurückgreifen.

Zwar ist innerhalb dieser Gruppen das Bewusstsein für die Tatsache ausgeprägt, dass Raubkopieren eine Straftat ist, die wirtschaftlichen Schaden verursacht. So stimmte eine Mehrheit von 86 Prozent dafür, dass der Verkauf von Raubkopien bestraft werden sollte, 85 Prozent stuften die Nutzung nicht-lizenzierter Software in Unternehmen als strafbare Handlung ein. Doch ganz anders fiel das Umfrageergebnis hinsichtlich der privaten Nutzung von Raubkopien aus: Nur 22 Prozent der Teilnehmer befürworteten eine Bestrafung, 78 Prozent standen dieser ablehnend gegenüber.

Generell sahen die Befragten privates Raubkopieren als weit weniger gravierend an als andere Rechtsvergehen, zum Beispiel Ladendiebstahl. Obwohl das Urheberrecht verletzt wird, bleibt ein intuitives Verständnis für das damit verbundene Unrecht aus. Die Forscher erklären dies mit der historisch gewachsenen Vorstellung des Diebstahls, nach der ein Gegenstand dem Eigentümer vom Dieb weggenommen wird, während beim Raubkopieren das Merkmal der "Wegnahme" fehlt. Die Studie kommt daher zu dem Fazit, dass die Anbieter von Software bei der Bekämpfung des privaten Raubkopierens vor allem bei der Nachvollziehbarkeit rechtlicher Regelungen für den Einzelnen ansetzen sollten.

Dr. Thomas Urek betont: "Wichtig ist, dass unter den Nutzern von digitalem Geistigen Eigentum das Bewusstsein dafür wächst, dass solche Güter einen Wert haben und klare Rechte daran bestehen. Hierzu kann eine ,Digital Honesty', eine neue digitale Ehrlichkeit, beitragen. Eine reine Androhung von Sanktionen kann nur ins Leere führen, vielmehr muss es gelingen, einen offenen und sachlichen Dialog zwischen Software-Industrie und Usern zu etablieren. Als positiv bewerten wir in diesem Zusammenhang, dass die weit überwiegende Mehrheit der Software-Nutzer dafür ist, die gewerbliche Nutzung von Raubkopien als Straftat einzustufen und zu verfolgen. Für aufschlussreich halten wir auch, dass die Befragten einen Investitionsschutz generell nicht in Frage stellten. Dies bestärkt uns nicht zuletzt darin, Technologien wie Digital Rights Management zu fördern, die digitale Produkte wirkungsvoll schützen."

Microsoft wolle die Entwicklung einer "Digital Honesty" gezielt unterstützen, so Urek weiter. Hierzu soll unter anderem ein neues Webangebot zum Thema beitragen. Unter http://www.microsoft.com/germany/digital-mentality klärt Microsoft nicht nur über Maßnahmen und Services zum Schutz vor illegalen Angeboten auf und gibt praktische Hinweise für die Unterscheidung zwischen legaler und illegaler Ware. Auf der Website finden sich auch Hintergrundinformationen rund um die Themen Geistiges Eigentum, Urheberrecht, Softwarepiraterie und DRM.

Die vollständige Studie ist unter http://www.microsoft.com/germany/digital-mentality als Download verfügbar.


News-Quelle:  Pressemeldung Microsoft

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