Mikrochip entwickelt eigene Befehlssätze

Hardware Das Kalifornische Unternehmen "Strech" hat nach eigenen Angaben den ersten Mikrochip vorgestellt, der seinen Befehlssatz im laufendem Betrieb dynamisch an die jeweiligen Anforderungen anpassen kann - es wird ein drastischer Performancegewinn versprochen. Die CPU besteht aus einer RISC-basierten Ausführungseinheit und aus einem ISEF Bereich, in dem der eigens von "Strech" entwickelter C/C++ Compiler den Code auf besonders Rechenintensive Teile prüft.

Die IDEF ist ein voll programmierbarer Co-Prozessor welcher über ein 128-Bit Register verfügt Über ein 128-Bit Bussystem ist der Chip mit dem Hauptprozessor, der S5000 Einheit, verbunden. So kann die Co-CPU zu jeder Zeit den Befehlssatz ändern.

Gary Banta, CEO bei "Strech", spricht davon, dass Rechenoperationen mit tausenden Instruktionen, nun mit nur noch einer einzigen erledigt sein könnten. Zudem sei es auch möglich, eine Vielzahl von DSP-Prozessoren durch eine Kombination aus entsprechender Software und dem S5000 zu ersetzen. Aufgaben wie die Verschlüsselung von Daten oder das Komprimieren von Videos könnten mit einem einzigen Taktzyklus erledigt werden.

Banta zufolge habe ein mit 300 MHz getakteter S5000 eine höhere Leistung erzielt als normale Prozessoren, die mit 2 GHz getaktet waren. Welche Anwendungen und welche Konkurrenz-Chips zu diesem Test herangezogen wurden, ist jedoch nicht bekannt.

Bei klassischen Prozessoren ist der Befehlssatz durch das Layout der Leiterbahnen festgelegt und kann nicht rekonfiguriert werden. Der CPU-Hersteller Transmeta verwendet in seinen Crusoe-Prozessoren ein ähnliches Prinzip wie Stretch. Der weit verbreitete x86-Befehlssatz ist nicht hardwareseitig festgelegt, sondern wird durch Software emuliert. Im Gegensatz zum S5000 können Transmeta-CPUs ihren Befehlssatz jedoch nicht zur Laufzeit wechseln und der Code wird nicht optimiert. Bislang ist auch nur eine x86-Emulation verfügbar.

Stretch stellt eine Entwicklungsumgebung, die unter Windows oder Linux lauffähig ist, zur Verfügung. Zunächst soll der S5000 zu einem Preis zwischen 35 und 100 Dollar für Video-, Netzwek-, und Sicherheitsanwendungen eingesetzt werden.

Quelle:ZDNet.de
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