Neue empirische FFA-Studie zur Kinofilm-Piraterie

Internet & Webdienste Bereits ein halbes Jahr nach Veröffentlichung der ersten Studie zum "Kinofilm-Raub" (04/03) präsentiert die FFA in der Brenner-Studie2 neueste Ergebnisse über das Brennen von Inhalten auf CD’s/DVD’s, das Downloaden von Inhalten aus dem Internet sowie das Konsumverhalten der Brenner und Downloader. Wie auch die erste Studie basiert das aktuelle Panel auf den Aussagen von 10.000 Personen, die repräsentativ zur Bevölkerungs-struktur stehen. Dargestellt werden Erhebungen im Zeitraum von Januar bis August 2003.

Brennen

  • 23,5 Mio. Deutsche ab 10 Jahren haben Zugriff auf einen CD-Brenner im eigenen Haushalt, ca. 570.000 Personen verfügen über einen DVD-Brenner und ca. 250.000 Personen über einen DVD-Rekorder

  • 1,14 Mio. Personen planen, sich "bestimmt" in den nächsten 12 Monaten einen DVD-Brenner anzuschaffen, 1,08 Mio. Personen einen DVD-Rekorder und 0,89 Mio. einen CD-Brenner

  • Der Anteil gebrannter Spielfilme/Kinofilme nimmt weiterhin zu: 15% aller gebrannten CD-Rohlinge (Vorjahr 11%) entfallen auf den Film-Bereich, im stark wachsenden Bereich der DVD-Rohlinge stellen Spielfilme/Kinofilme mit einem Anteil von 79% das mit Abstand am häufigsten gebrannte Segment dar

  • Im Zeitraum von Januar bis August 2003 wurden insgesamt 53 Mio. CD-Rohlinge und 9,6 Mio. DVD-Rohlinge mit Spielfilmen/Kinofilmen bespielt; damit liegen diese Werte bereits nach acht Monaten über dem Ergebnis des Gesamtjahres 2002 (insgesamt 59 Mio. CD-/DVD-Rohlinge)

  • Auf die ca. 63 Mio. CD-/DVD-Rohlinge wurden ca. 30,3 Mio. Spielfilme gebrannt. Im gesamten Jahr 2002 waren es ca. 27 Mio. Spielfilme. Die Zahl der Personen die Spielfilme kopierten lag bei 5,1 Mio.

  • Die Hälfte (53%) der "Film-Brenner" bzw. der "burning generation" gibt an, auch für Personen außerhalb des eigenen Haushaltes Kopien zu erstellen
     
  • Jeder Zweite zwischen 10 und 15 Jahren, der Spielfilme/Kinofilme brennt, sieht es als wichtig/sehr wichtig an, die Möglichkeit zu besitzen, Filme mit Altersbeschränkung brennen zu können; mehr als jeder fünfte war es bei den Filmen mit erotischen/ pornographischen Inhalten
  • Wichtigste Vorlagen für Film-Kopien sind bereits schon einmal kopierte Spielfilme, wodurch der Schneeball-Effekt, der zur rasanten Vervielfältigung führt, deutlich aufzeigt wird. Zweitwichtigste Quelle für Film-Kopien sind Downloads von Internet-Tauschbörsen

  • Knapp 1 Mio. Personen besaßen eine Kopie des Filmes "Terminator 3 -Rebellion der Maschinen" schon einen Monat nach Kinostart. Ca. 1,6 Mio Personen verfügten bereits im Vorfeld der Video-Veröffentlichung über eine Kopie von "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme" und ca. 770.000 von "Good Bye, Lenin"

Downloaden

  • Über die Hälfte der Deutschen ab 10 Jahren (35,5 Mio.) verfügen über einen Internet-Zugang von Zuhause aus. 7,6 Mio. Personen sind im Besitz eines Breitband/DSL Anschlusses

  • Mit 13,3 Mio. downgeloadeten Spielfilmen/Kinofilmen wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 2003 bereits fast so viele Filme wie im Gesamtjahr 2002 (15,5 Mio.) aus dem Internet heruntergeladen. Die Zahl der Downloader zwischen Januar und August 2003 betrug 2 Mio. Personen (2,4 Mio. im Gesamtjahr 2002)

  • Jeder zweite Konsument lädt sich üblicherweise Filme aus dem Internet herunter, bevor diese im Handel/in der Videothek verfügbar sind, jeder Vierte lädt sich den Film in der Regel bereits vor Kinostart aus dem Netz herunter

  • 24 Prozent der Downloader (ca. 500 Tsd. Personen) gaben an, sich einmal im Monat einen Film aus dem Internet zu laden, 15 Prozent (300 Tsd. Personen) tun dies zwei bis dreimal im Monat und 21 Prozent (400 Tsd. Personen) sogar mindestens einmal pro Woche

Konsumverhalten der Brenner und Downloader

  • Die Mehrheit der Personen (71 %), die Spielfilme kopieren bzw. downloaden, sind zwischen 10 und 39 Jahre alt und gehören somit zur Kernzielgruppe der Kinogänger

  • Ein hoher Anteil der Brenner und Downloader gehörte im Jahr 2002 zu den sogenannten "Heavy Usern" im Filmbereich. Bei diesem Personenkreis veränderte sich das Nutzungsverhalten durch die digitale Vervielfältigung, wodurch vor allem die Filmmärkte betroffen sind, die stark auf die "Heavy User" focussiert sind (Videoleihmarkt, teilweise Kino)

  • 46 % der Personen, die Filme brennen/downloaden, geben an, nicht mehr oder weniger Kinofilme zu besuchen, seitdem Filme gebrannt bzw. downgeloadet werden. Im Videoleihbereich liegt diese Quote sogar bei 51%, im Videokauf-Bereich bei 44%

Die detaillierte Studie ist als PDF-Datei unter www.ffa.de abrufbar.

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